Auf dem Jakobsweg zum Apostelgrab am Ende der Welt

Unter wundersamen Umständen wurde zu Beginn des 9.Jahrhunderts das Grab des Apostels Jakobus in Galizien entdeckt. Wie die Gebeine des Apostels nach Spanien gelangten, kann bis heute nicht erklärt werden. Sicher ist jedoch, dass das entdeckte Grab das bedeutendste Pilgerziel des Mittelalters war. Aus ganz Europa wanderten seither Gläubige – und später auch Nicht-Gläubige – durch Frankreich über die Pyrenäen und durch Nordspanien bis zum „Ende der Welt“.

Vor etlichen Jahren habe ich (Anne) mich mit einer Freundin von Köln aus in vielen kleineren und größeren Etappen auf den Weg gemacht und wir sind durch die Eifel, über Trier, Metz, Dijon, Cluny, Le Puy en Velay, Conques und Moissac dem uralten Pilgerpfad gefolgt. Der von uns gewählte Jakobsweg führte uns durch viele unterschiedliche Landschaften, die uns wiederum eine Vielfalt an Wegen bescherten: alte schnurgerade Römerstraßen, Asphaltsträßchen, beschauliche Waldwege, Wege durch Wiesen über Hochplateaus mit grandioser Aussicht, Pfade am Rande von Äckern, vorbei an Wein- und Obstgärten, Sonnenblumen- und Gemüsefeldern, Treidelwege an Kanälen entlang, felsige An- und Abstiege.

Mindestens genauso beeindruckend war für mich auch die Vielfalt der Baukunst: Brücken, Kathedralen, Klöster mit wunderbaren Kreuzgängen, Kirchen und Kapellen, Hospize und Spitäler. Es ist offensichtlich, dass entlang des Pilgerweges alles darauf ausgerichtet war, den Pilgernden das Fortkommen zu erleichtern, sie aufzunehmen, körperlich und auch geistlich zu versorgen.

Den Austausch mit anderen Pilgernden und mit den Einheimischen habe ich in der Regel als äußerst belebendes Element des Wanderns erlebt.

Nachdem Hans und ich im vergangenen Jahr einen Teil Europas mit dem Rad erkundet haben, werden wir uns in diesem Jahr zu Fuß auf den Weg zum Apostelgrab in Santiago de Compostela machen. Wir starten unseren persönlichen Jakobsweg in Moissac in Südfrankreich. Moissac war für die Pilgernden des Mittelalters ein bedeutendes Zentrum, von dem noch heute die Kathedrale mit Tympanon und Kreuzgang zeugen. Unser Weg führt uns dann nach Saint Jean Pied de Port am Fuße der Pyrenäen. Von dort werden wir über den ehemals für Jakobspilger wichtigsten Pyrenäenpass (Cisa Pass) die Pyrenäen überqueren und dem Camino Frances (Französischer Weg) ca 700 km bis Santiago de Compostela folgen.

Auf der unten stehenden Karte ist unser geplanter Weg von ca. 1250 km bis ans Ende der Welt (Cap Finistere) gezeigt.

 

5 Kommentare

  1. Liebe Anne, lieber Hans,
    das sind ja wieder tolle news. Euch viel viel Freude und Improvisationstalent falls mal etwas anders läuft als erwartet. Wir sind gerade in Südtirol wandern und haben auch immer wieder auf den ausgesuchten Wegen unterschiedliche Schwierigkeitsgerade, oft anders als erwartet oder beschrieben zu bewerkstellingen.
    Aber das lernt man ja beim meditativen Wandern immer nur an den nächsten Schritt denken. Werde gespannt verfolgen was ihr so erlebt. Mir war das mit den 10 Wochen garnicht so bewusst beim letzten Telefonat.
    Also viel Freude, Inspiration und gute Begegnungen und Erkenntnisse. Von der Ute und auch von Jürgen

  2. Ihr lieben Pilger,
    wir wünschen euch einen guten Weg, im hier und jetzt zu sein ist ja bekanntlich das SCHWERSTE.
    Herzlichen Gruß aus Köln, nach unserer kleinen Pilgerung zum Grab des Hl. Matthias nach Trier.
    Herzlichen Dank das wir daran teilnehmen können,
    liebe grüße von Hilde & Nobby

  3. Viele gute Wünsche für Eure große Tour aus Erftstadt. – Ich werde Euch täglich “verfolgen” und freue mich jetzt schon auf eure Berichte. – Ursel

  4. Hallo Ihr Lieben,
    habe ganz neidisch Walter grufen und von Eurer Kilometerleistung erzählt. Will ich auch.
    Jetzt noch nicht, mussnoch etwas arbeiten.
    Euch gute Erholung und eine entsprechend gesunde Rückreise.
    LG
    Ingrid+Walter

  5. Hello Hans and Anna!
    I was reading my blog from my few days on the Camino and I thought I would try googling those nice people we met: Anna and Hans. So I put Hans, Anna and Jacobs Weg in and here you are!
    I have very very basic German but I gather you made it to Santiago. Well done.
    I am the Australian woman who was travelling with my daughter, Jo. We met in Estella.
    Cheers,
    Karen

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