Herrliche Landschaft

Tag 28 Santo Domingo de la Calzada – Belorado 22,4 km

Montag, 22. Juni 2015, Tag 28

Heute Morgen waren wir schon um 7.00 Uhr auf Tour. Unsere Unterkunft bot Frühstück erst ab 8.00 Uhr an und das war uns bei Tagestemperaturen bis über 30°C zu spät. Dank der vielen Pilgerherbergen wo nichts angeboten wird, hat sich oftmals die örtliche Gastronomie darauf eingestellt und bietet ab 6.00 Uhr Frühstück unterschiedlichster Qualitäten und Preislagen an. Nach einem guten Frühstück haben wir dann Santo Domingo de la Calzada um kurz vor 8.00 Uhr verlassen.

Ich kann mich zurzeit an der Landschaft berauschen. Die Hügel werden sanfter und weiter geschwungen. Der Blick geht viele, viele Kilometer weit ins Land. Obwohl wir noch im Rioja sind, ist von Weinanbau nichts mehr zu sehen. Es überwiegt wieder Getreideanbau, der in allen möglichen Farben von Golden über hellen Brauntönen auch die ganze Farbpalette von Grün- und Türkistönen umfasst. Aber auch Erbsen, dicke Bohnen, Hopfen, Mohn und vermutlich Zuckerrüben werden angebaut und bereichern die Landschaft durch ihr Farbenspiel. Auch werden hier die Feldränder nicht gegen „Unkraut“ gespritzt, sondern erfreuen uns durch ihre Blütenvielfalt. Kamille, roter Mohn, Kornblumen, gelber Stockenzian und viele mir unbekannte Blüten unterschiedlichster Farben erfreuen das Auge. Mein armer kleiner Fotoapparat ist heillos überfordert diese Bilder festzuhalten.

Die Pilgermassen haben in der Zwischenzeit nachgelassen. Gruppen sind keine mehr zu sehen. Viele laufen alleine, viele zu zweit und nur wenige sind noch zu viert unterwegs. Man trifft sich an Cafe´s oder Picknickplätzen in Ortschaften, oder auf weiter Flur, geht aber meistens alleine weiter seines Weges. Auch in den von uns besuchten Unterkünften wird kein gemeinsames Abendessen mehr angeboten. Entweder haben die ein eigenes Restaurant oder man wird an die örtliche Gastronomie verwiesen. Da man aber meisten in einer Tagesgemeinschaft läuft, trifft man häufig die gleichen Personen wieder an. Mit ein wenig Mühe sind auch so Bekanntschaften aus allen möglichen Ländern zu machen. Mit meinem Navi auf der linken Schulter errege ich doch immer wieder Aufsehen und Ablehnung. Aber jeder trägt seinen Affen an einer anderen Stelle. Notwendig ist ein Navi hier in Spanien für den Jakobsweg nicht. Der Weg ist bestens ausgeschildert, aber bei der Unterkunftsuche sehr hilfreich. Wie sollte ich auch sonst täglich unsere Route hochladen? Auch sind die Entfernungsangaben der gelaufenen Kilometer, aber noch wichtiger der noch zu laufenden Kilometern sind sehr hilfreich. Der Weg lässt sich einfach besser organisieren.

Die vielen Unterkünfte am Wegesrand haben zurzeit scheinbar mit Besuchermangel zu kämpfen. Die Werbeaktionen werden immer ausgefallener. Die einen versuchen es über den Preis, Schlafsaalplätze sind schon ab 5,- € zu haben, die anderen über einen kostenlosen Kaffee oder Happy Hour bei Getränken. Heute sahen wir von weitem ein Auto auf unserem Weg entgegenkommen und bei jedem Pilger anhalten. Ich konnte erkennen, dass etwas vom Fahrer an die Pilger ausgehändigt wurde und meinte zu Anne, dass wieder einmal Flyer en masse verteilt würden. Als das Auto neben uns hielt, bekamen wir jeder eine Halbliterflasche eiskaltes Wasser gereicht, mit der Anmerkung, dass es sich um eine Aktion einer 5 Kilometer entfernten Herberge handele und diese noch viele Plätze frei habe. Über das eiskalte Wasser haben wir uns bei einer Temperatur von über 30°C sehr gefreut und dankbar angenommen. Eine Unterkunft hatten wir allerdings schon gebucht. Gefreut habe ich mich auch darüber, auf den nächsten vier Kilometern keine weggeworfene Flasche am Wegrand zu sehen. Allerdings liefen die wenigen Mülleimer am Wegrand vor leeren Flaschen über.

Unsere Unterkunft in Belorado erreichten wir nach 22,4 km bereits um 14.30 Uhr, und das nach einer einstündigen Mittagspause in Villamayor del Rio.

Wechselspiel der Farben Wechselspiel der Farben

zweierlei Mohn zweierlei Mohn

bunte Wegränder bunte Wegränder

geschenkte Wasserflasche Wasserflasche als Werbeaktion

 

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Sich schnell verändernde Landschaften

Tag 27 Najera – Santo Domingo de la Calzada 21,6 km

Tag 26 Logrono – Najera 30,8 km

Tag 25 Los Arcos – Logrono 28,3 km

Sonntag, 21. Juni 2015, Tag 24

Nach den beiden doch recht anstrengenden Etappen nach Logrono und Najera kamen wir heute recht locker um 15.30 Uhr in unserer Unterkunft in Santo Domingo de la Calzada an. Wir waren zwar wieder um 8.00 Uhr gestartet, hatten aber unterwegs einige Pausen und eine extra lange Mittagspause eingelegt. Die Sonne scheint schon seit drei Tagen vom wolkenlosen blauen Himmel. So steigt die Temperatur jeden Tag ein wenig mehr, auf jetzt bis zu 30° C. Da freut man sich über die wenigen schattenspendenden Bäume am Wegesrand. Für unsere Mittagspause hatten wir eine schattige Bank in einem kleinen Park in Ciruena gefunden.

Kurze Zeit vorher waren wir durch eine Siedlung gekommen, die nach einer Feriensiedlung der besonderen Art aussah. Golfplatz, Schwimmbad, Tennisplätze, großzügige Spielplätze und Grünanlagen waren vorhanden, doch kaum Menschen. An etwa 80 bis 90% der Häuser und Wohnungen waren die Rollläden geschlossen und an ca. 50% der Häuser war ein Schild angebracht, zu Vermieten oder zu Verkaufen. Da war wohl etwas kräftig schief gelaufen.

Die Landschaft wechselte in den letzten Tag zum Teil mit jedem überschrittenen Hügel. Waren es nach Los Arcos noch goldene, im leichten Wind wogende Getreidefelder, so wurde es nach der nächsten Hügelkuppe grün soweit das Auge reichte. Weinstöcke wechselten sich mit wilden Grünflächen und Pinienwäldern ab, wir waren im Rioja angekommen. Ab und zu waren auch Olivenhaine auszumachen. Die Hügelhänge wurden immer zerklüfteter und die Felder immer steiniger. Den Weinstöcken machen solche Verhältnisse wenig aus, werden sie zusätzlich mit Wasser aus endlosen Gießrohren versorgt. Interessant finde ich, dass die Weinstöcke mal als klein geschnittene Einzelstöcke stehen und mal wie bei uns bekannt an Drähte gebunden. Die endlosen Reihen werden anscheinend nur maschinell bearbeitet.

Heute änderte sich die Landschaft hinter Najera wieder. Die Hänge wurden wieder weiter und sanfter und gleich ging der Weinanbau zu Gunsten von Getreide zurück. Aber auch Rüben (Zuckerrüben?), Erbsen und sogar Hopfen wurde im großen Stiel angebaut. Aber ohne Bewässerung geht hier scheinbar nichts. Immer wieder kamen wir an motorbetriebenen Pumpen vorbei, die das Wasser in endlose Kanäle pumpten.

Santo Domingo de la Calzada ist berühmt für seinen lebenden Hahn mit seiner Henne in einem Käfig in der Kathedrale.

Nachtrag vom Montag, 22.06.2015

Karlheinz hat in seinem Komentar die Legende vom Hahn und der Henne genau so wiedergegeben, wie sie im Flyer zur Erklärung der Sehenswürdigkeiten der Kathedrale abgedruckt ist. Vielen Dank dafür.

In einem Kloster in der Nähe werden die weißen Hähne und weißen Hühner gehalten. Die Tiere in der Kathedrale werden alle 14 Tage ausgetauscht.

Hühnerstall Sto Domingo de la Calzada Hühnerstall in der Kathedrale Sto Domingo de la Calzada

der Hahn im Stall der Hahn in seinem Stall

Skulptur vor Sto Domingo de la Calzada Brunnenskulptur in Sto Domingo de la Calzada

erbsen und Hopfen Erbsen- und Hopfenfeld auf dem Weg nach Sto Domingo de la Calzada

 

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Über viele Hügel musst du geh´n

Tag 24 Estella – Los Arcos 21,4 km

Tag 23 Puente la Reina – Estella 23,8 km

Donnertag, 18. Juni 2015, Tag 24

Ebenso hügelig wie es gestern war, begann auch der heutige Tag. Da nutzte auch der Weinbrunnen kurz hinter dem Ortsausgang von Estrella bei der Bodega Irache nichts, die Hügel mussten erklommen werden. Den Wein der Bodega Irache hatten wir schon in Pamplona als Flaschenwein kennen gelernt. Hier, kurz hinter Estrella war also sein Ursprung. Am Weinbrunnen werden täglich bis zu 100 Liter kostenlos den Passanten zur Verfügung gestellt. Es wird aber darum gebeten, keinen Wein in Flaschen abzufüllen, damit viele das Angebot nutzen können. Für mehr als einen Schluck war es uns um kurz vor neun Uhr aber noch zu früh und der noch zurück zu legende Weg zu weit.

Nachdem wir in Villamayor de Monjardin gegen 11.00 Uhr eine kurze Kaffeepause eingelegt hatten, überschritten wir den höchsten Punkt der heutigen Hügel. Es war ein beeindruckender Blick in die weite Landschaft, deren Hügel jetzt flacher und sanfter wurden. Die Landschaft veränderte sich zusehends. Riesige Getreidefelder wogten an den sanften Hängen, ab und an unterbrochen von großen Feldern mit Weinstöcken oder Olivenbäumen. Der Baumbestand ging bis auf wenige Bereiche zurück und uns fehlten die Schattenspender an den Wegen.

Gegen 13.30 Uhr ereichten wir bereits Los Arcos. Bei der Pause auf dem Kirchplatz, mit einem erfrischenden Clara (Radler), gesellten sich auch eine Australierin mit Tochter zu uns, die wir bereits am Vorabend beim Abendessen kennen gelernt hatten. Wir tauschten uns über viele Themen aus und die Zeit verging viel zu schnell. Zum Glück hatten wir es nicht mehr weit bis zu unserer Unterkunft.

Mittwoch, 17. Juni 2015, Tag 23

Den ganzen Tag hatte ich die Melodie von „Über sieben Brücken …“ im Kopf, aber mit dem eigenen Text „Über viele Hügel musst du geh´n“. Landschaftlich war die Streckenführung sehr reizvoll, aber recht anspruchsvoll. Immer wieder kurze aber heftige Anstiege und an der anderen Seite genau so steil wieder hinunter. Besonderst gefallen haben mir die vielen Farben und Formen der Blüten am Wegesrand. Ebenso wechselte laufend der Duft in der Luft von fruchtig blumig zu herzhaft würzig.

Etwas schwierig zu gehen, aber dafür bemerkenswert, war das kurze geschichtsträchtige Stück Pilgerstraße, deren Pflasterung noch aus der Römerzeit stammte. Wie viele Pilger hier wohl schon gelaufen waren?

Unsere Unterkunft in Estrella erreichten wir bereits um 15.15 Uhr. Schnell hatten wir uns frisch gemacht und unsere tägliche Wäsche erledigt, waren wir auch schon wieder auf dem Weg, zurück in den Ort. Wir wollten nicht nur Estrella besichtigen, sondern auch die Kathedrale Le Puy, die von französischen Siedlern nach dem Vorbild von Le Puy in Südfrankreich hier errichtet worden war. Wie in Südfrankreich war auch hier die Kathedrale über viele Treppenstufen zu erreichen.

Römerpflaster  gepflasteter Weg, schon aus der Römerzeit

Weinbrunnen Irache Anne am Weinbrunnen, kurz hinter Estrella

Anne am Weinbrunnen  am frühen Vormittag schmeckt Wein auch aus der hohlen Hand

hinter Villamayor de Monjardin  offenes Land hinter Villamayor de Monjardin

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Herrlicher Blick von der Wetterscheide

Tag 22 Pamplona – Puente la Reina 24,7 km

Tag 21 Besichtigung Pamplona

Dienstag, 16. Juni 2015, Tag 22

Bei grauen, dunklen Wolken verließen wir erst um 8.30 Uhr unser Hotel, da Frühstück und check out in Hotels immer länger dauern. Unser Weg führte uns quer durch die Altstadt, noch einmal an der Zitadelle vorbei, nach Westen, wieder auf den Jakobsweg.

Wider Erwarten blieb es den ganzen Tag trocken, obwohl immer wieder dunkle Wolken über uns hinweg zogen. Nachdem wir Pamplona verlassen hatten, führte unser Weg stetig aufwärts, dem Pass Alto del Perdón entgegen. Entlang der Hügelkronen sind unzählige Windkrafträder aufgestellt, die uns mit ihrem Rauschen empfingen. Oben auf dem Pass Alto del Perdón steht das moderne stählerne Pilgerdenkmal in 77o Meter Höhe. Dieser Pass stellt auch die Klimascheide zwischen dem nördlich grünen Vorgebirgsnavarra und dem südlich trockenen Mittelnavarra dar. Der Blick in beide Richtungen ist atemberaubend und lässt sich mit Fotos kaum einfangen.

Nach überschreiten des Passes ließ der vormals doch starke Wind spürbar nach und die Temperatur kletterte doch merklich. So schön der Aufstieg zum Pass war, so anstrengend ging es steil über einen Schotterweg wieder hinunter. Unsere volle Konzentration war nötig, um nicht auf dem losen Schotter ins Rutschen zu geraten.

Gegen 13.00 Uhr verkaufte ein vermutlicher Landwirt an einer Madonnenstatue mitten im Nichts köstliche, dicke und saftige Süßkirschen. Diese ließen wir uns gleich vor Ort mit Schafskäse und etwas frischem Weißbrot schmecken. Mehr braucht es nicht, um eine gute Pause zu machen. Unsere Unterkunft erreichten wir kurz nach 15.00 Uhr und machten uns bei einem kühlen Clara ( in Deutschland als Radler bekannt), an die Planung und Buchung der nächsten Etappen und Unterkünfte.

Montag, 15. Juni 2015, Tag 21

Nachdem uns das Wetter am Sonntag einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte, indem es immer wieder regnete und wir die Stadtbesichtigung ausfallen lassen mussten, haben wir aus der Not eine Tugend gemacht und um den Montag in Pamplona verlängert.

Es war eine gute Entscheidung. War am Sonntag die Stadt noch voller Menschen, war es am Montag um einiges leerer. Außerdem hatten wir wunderschönes Wetter um zu flanieren, besichtigen und aus den Straßencafes und Bodegas das bunte Treiben der Menschen zu beobachten. Die Altstadt von Pamplona, ist noch weitestgehend von der alten Befestigungsmauer umgeben. Es gibt einen wunderschönen Spaziergang entlang der Befestigungsmauer zu vielen Sehenswürdigkeiten. Auch ein Spatziergang entlang der Stierhatz, die Ende Juni wieder stattfindet, führt quer durch die Altstadt an vielen Sehenswürdigkeiten vorbei. Nicht zuletzt die große Kathedrale mit der ausgezeichneten Ausstellung Occidens ließen wir uns nicht entgehen. So kamen insgesamt mehr als 11 km Spatziergang durch die Stadt zusammen. Das gute Essen und den Rotwein haben wir natürlich auch ausgiebig probiert. Tappas heißen übrigens Pinchas im Baskenland.

Pamplona  im Hintergrund Kathedrale von Pamplona

Stierhatzdenkmal in Pamplona  Stierhatzdenkmal in Pamplona

Pilgerdenkmal auf Perdón  Pilgerdenkmal auf dem Perdón – Pass

wir vor dem Pilgerdenkmal  wir, vor dem Pilgerdenkmal

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Erwartet trifft Unerwartet

Tag 20 Zubiri – Pamplona 22,0 km

Sonntag, 14. Juni 2015 Tag 20

Erwartungsgemäß beendeten wir unseren Sonntagsspaziergang von 22 Kilometern bereits um 14.30 Uhr an unserem Hotel, ganz in der Nähe der Arena von Pamplona. Es war ein wunderschöner Spaziergang entlang den Ausläuferhängen der Pyrenäen. Wenige Steigungen oder Gefällstrecken machten uns das Leben schwer, vielmehr waren es heute eine Vielzahl von Mountainbikefahrern, die auch die schmalen Wanderwege benutzten. Die Temperatur war angenehm frisch und so kamen wir zügig voran. Sogar die Buswanderpilger von gestern haben wir unterwegs wieder treffen dürfen. In einem Vorort von Pamplona wartete wieder der Bus auf sie.

Unerwartet waren die Regenschauern, die sofort nach Erreichen unseres Hotels einsetzten. Eigentlich wollten wir uns nur schnell frisch machen und dann noch die Stadt besichtigen. Unerwartet war auch das umfangreiche deutsche Informationsmaterial, das wir an der Rezeption unseres Hotels ausgehändigt bekamen.

Nach Sichtung des Informationsmaterials haben wir erwartungsgemäß beschlossen, spontan einen Tag in Pamplona zu verlängern und die Stadt ohne Regen zu besichtigen. Unerwartet war dann wieder, dass ich für die Verlängerung, nach freundlicher Verhandlung, einen Sonderpreis aushandeln konnte.

Alle sind zufrieden, besonderst wir.

Ausläufer der Pyrenäen  Ausläufer der Pyrenäen

Brücke von Zuriain  Brücke von Zuriain, kurz vor Pamplona

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Rummelpilgern

Tag 19 Roncesvalles – Zubiri 23,1 km

Samstag,13.06.2015 Tag 19

Nach der anstrengenden Tour gestern, haben wir es heute etwas ruhiger angehen lassen und sind erst um 8.00 Uhr gestartet. Da das Frühstück in unserem Quartier typisch spanisch ausfiel, eine Tasse Kaffe und eine Scheibe Toastbrot mit Butter und Marmelade, machten wir bereits nach zwei Kilometern im nächsten Ort an einer Bar halt. Erst einmal eine weitere Tasse Kaffee und ein Käse-Schinken Baguette, sonst können wir nicht den Tag beginnen.

In den zwanzig Minuten, die wir auf der Terrasse der Bar saßen, zogen Scharen von Wanderern/Pilgern an uns vorbei. Einzelpersonen, Paare, aber auch kleine und große Gruppen. Einige Gruppen hatten auch einen Guide dabei. Hier verkommt das Pilgern zum Rummel. Bereits auf dem Weg nach Roncesvalles hatten wir mehrfach beobachtet, dass kurz vor Roncesvalles Autos am Straßenrand anhielten, mehrere Personen ausstiegen, sich Rucksäcke aufschnallten und dann im Sauseschritt zur Abtei gingen. Diese Personen sahen wir dann im Pilgerbüro ihre Pilgerpässe abstempeln lassen und später vor der Abtei wieder in Autos steigen. Ich habe ja viel Phantasie, aber was soll das?

Der Weg heute war recht einfach und erholsam, wären nicht die lauten Gruppen gewesen. Wir haben Zwangspausen einlegen müssen, um diese an uns vorbeiziehen zu lassen und dann wieder für kurze Zeit unsere Ruhe zu haben. Mit ihren kleinen Rucksäcken oder auch gar keinen, waren diese halt eben etwas schneller als wir. Eine Gruppe spanisch lärmender Menschen, vermutlich Südamerikaner, nervte besonders. Egal was wir machten, Pause einlegen, Zwischensprint einlegen, sie blieben immer in unserer Nähe. Nach 20 Kilometern wartete auf einem Parkplatz dann ein Reisebus auf die Gruppe. Unter Anleitung des Guides wurden dann noch Dehnübungen gemacht, der Weg war ja auch so anstrengend, und alle verschwanden in Reisebus. Endlich Ruhe.

Wegweiser in Roncesvalles  Wegweiser in Roncesvalles

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Ein fast perfekter Tag

Tag 18 St. Jean Pied de Port – Roncesvalles 26,7 km

Freitag, 12.06.2015, Tag 18

Bereits um 7.15 Uhr stehen wir abmarschbereit auf der Straße vor unserer Unterkunft. Wir hatten uns vorgenommen, früh loszugehen, um genügend Zeit für Pausen zu haben. Vor den 1400 Meter Steigung haben wir schon großen Respekt, die 26 Kilometer sind wir inzwischen gewohnt zu laufen.

Jetzt noch schnell beim Bäcker Brot besorgen, wir hatten ihn bereits am Vortag aufgesucht und nach den Öffnungszeiten geschaut. Obst, Wurst und Käse hatten wir auch schon am Vortag besorgt. Obwohl groß auf der Eingangstür stand: Geöffnet ab 6.30 Uhr, war der Laden noch geschlossen. Dann schmeckt die Wurst halt ohne Brot.

Langsam aber stetig beginnen wir bereits mit durchschreiten des Stadttores den Aufstieg. Viele andere Pilger sind bereits auf dem Weg, manche schneller manche langsamer als wir. Wir finden recht schnell unseren Rhythmus, die bereits gelaufenen 300 km zeigen Wirkung.

Um 9.25 Uhr erreichen wir nach 7,6 km und 570 gestiegenen Höhenmeter die Hütte d´Orisson,die auf 770 Metern Höhe liegt. Hier gönnen wir uns 20 Minuten Pause bei einer Tasse Kaffee, Nüssen und Rosinen. Das Kraftfutter haben wir als schnelle Energie immer dabei. Länger halten wir es vor der Hütte aber auch nicht aus, da wir durch das nasskalte Wetter trotz Jacke schnell auskühlen. Es ist so nebelig, dass die Sicht von Anfangs ca. 300 Meter je höher wir kommen bis auf ca. 50 – 80 Metern zurück geht. Zum Glück regnet es nicht, aber eine schöne Aussicht haben wir auch nicht.

So gehen wir langsam und stetig weiter und erreichen bereits um 10.55 Uhr bei km 12,3 und einer Höhe von 1125 Metern Halbzeit. Wir sind ganz überrascht wie gut es immer noch vorangeht. Um 12.10 Uhr überschreiten wir bei km 16,4 und einer Höhe von 1294 Metern die französisch – spanische Grenze. Ein Stein markiert die Stelle und die Markierung wechselt die Farbe, sonst nichts. Eine halbe Stunde Picknickpause gönnen wir uns um 12.55 Uhr bei km 19,5 und 1325 Meter Höhe an einer geschlossenen Hütte. Ein Hinweis kurz hinter der Grenze versprach hier Kaffee und Suppe. Länger ist auf Grund der niedrigen Temperaturen und leichtem Donnergrollen in der Ferne nicht angebracht. Der Nebel bricht hier für ein paar Minuten auf und schenkt uns schönstes Bergpanorama.

Den höchsten Punkt erreichen wir um 13.50 bei km 21,1 mit einer Höhe von 1433 Metern am Leopolder. Wir haben bis hierhin 5:13 Stunden reine Gehzeit, 1391 Höhenmeter aufwärts und 139 Höhenmeter abwärts absolviert. Für den Weg nach Roncesvalles wählen wir die Alternativroute. Der Originalweg ist zwar etwas kürzer, aber mit durchschnittlich 28% Gefälle viel zu steil für uns. Die Angabe des durchschnittlichen Gefälles habe ich einem Schild an der Abzweigung entnommen. Lieber etwas weiter laufen, als die Hüften noch mehr zu belasten.

Um 15.15 Uhr erreichten wir in einer Gewitterschauer unser heutiges Quartier. 500 Meter vor dem Ziel musste es uns doch noch erwischen. Der Tag hätte perfekt sein können, wenn wir etwas von der laut Beschreibungen tollen Landschaft gesehen hätten. Trotzdem sind wir froh, dankbar und sehr glücklich die 26,7 Kilometer in 6:29 Stunden reiner Gehzeit geschafft zu haben. Für die fleißigen Rechner daheim, das sind 4,1 km in der Stunde.

Profil nach Roncesvalles

unser heute gewandertes Höhenprofil

 

 

 

 

 

 

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Ankunft in St. Jean Pied de Port

Tag 16 Ostabat – St. Jean Pied de Port 22,5 km

Tag 17 Ruhetag in St. Jean Pied de Port

 

Donnerstag, 11.06.2015, Tag 17

Endlich habe ich Zeit, die fehlenden Berichte nachzureichen. Leider regnet es immer noch Katzen und Hunde. Wenn es etwas trockener wird, werden wir ein wenig bummeln und einkaufen gehen. Zum Glück haben wir ja unsere Regenhosen nach Hause geschickt. In Anbetracht der Wetterprognosen, für die nächsten vier Tage Regen, werden wir uns jetzt neue Regenhosen und für Anne einen neuen Regenponcho kaufen müssen. Wer weiß schon wofür es gut ist.

 

Mittwoch, 10.06.2015, Tag 16

Bereits um vier Uhr in der Frühe bekomme ich mit, was uns der Tag bescheren wird, es regnet in Strömen. Leider lässt der Regen kein bisschen nach, bis wir um 8.oo Uhr unsere Unterkunft in Ostabat verlassen. Kaum sind wir auf der Straße angekommen, treffen wir auch wieder Annie, Monique und Marie-Christine wieder. Sie hatten eine Unterkunft im Ortszentrum. Wo wir uns schon ohne Verabredung treffen, können wir auch wieder zusammen gehen. Es regnet in Strömen, statt besser wird der Regen immer stärker. Die Sicht liegt unter 300 Meter. Trotzdem lassen wir uns die Stimmung nicht vermiesen und machen wie am Vortag unseren Blödsinn. Noch sind wir ja durch unsere Regenkleidung einigermaßen trocken. Bei Marie-Christine geben als erste die Schuhe den Widerstand auf. Nach und nach, spätestens nach einer Stunde haben wir alle nasse Füße. Selbst Gore-Tex kommt an seine Grenzen, wenn das Wasser den Beinen entlang in die Socken läuft und dann weiter in die Schuhe. Bei jedem Schritt bildet sich eine leichte Schaumkrone auf der Oberseite meiner Schuhe, wenn das Wasser von innen nach außen gepresst wird. Zum Glück führt der Weg weitestgehend über Asphaltstraßen, aber ab und an müssen wir durch den Modder. An Pause oder Picknick ist nicht zu denken und so marschieren wir 15 km im Höchsttempo durch den Regen. Nach 4,5 Stunden machen wir in St. Jean le Vieux in einer Gaststätte Pause. Hier ist man recht unbeeindruckt angesichts der Menge an nassen Pilgern. Das Pilgermenue schmeckt köstlich.

Um 14.30 Uhr erreichen wir nach 22,5 km überglücklich unsere letzte Station in Frankreich, St. Jean Pied de Port. Hier treffen mehrere Pilgerwege zusammen, bevor es dann über einen Pass durch die Pyrenäen nach Spanien geht. Leider öffnet unsere Unterkunft erst um 15.30 Uhr die Türen. So schlendern wir kalt und nass durch die überfüllten Straßen.

Da unsere Unterkunft kein Abendessen anbietet, müssen wir noch einmal los. Unterwegs treffen wir dann Beate und Christa aus Ulm, die wir in den vergangenen Tagen schon häufiger getroffen hatten. Wir beschließen, gemeinsam in einem Lokal zu Abend zu essen und so den letzten Abend der beiden gemeinsam ausklingen zu lassen. Wir müssen auch pünktlich wieder in unsere Unterkunft, denn diese wird um 22.00 Uhr geschlossen und den Türcode bekommen wir erst nach dem Frühstück. Jugendherberge lässt grüßen.

vier Regenwichtel vier Regenwichtel, welche ist Anne? (die mit den roten Gamaschen)

Ankunft in St Jean Pied de Port Ankunft in St. Jean Pied de Port

St Jean Pied de Port St. Jean Pied de Port

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Tag 13 bis Tag 15

Tag 13 Pomps – Sauvelade 29,3 km

Tag 14 Sauvelade – Lichos 27,1 km

Tag 15 Lichos – Ostabat 25,9 km

 

Dienstag, 09.06.2015, Tag 15

Bereits um 16.30 Uhr sind wir nach 25,9 km in Ostabat angekommen. Gestern Nachmittag sah die Tour noch nach über 30 km aus, aber unsere nette Herbergsmutter in Lichos zeigte uns einige Abkürzungen und Alternativrouten. Denen sind wir dann gerne gefolgt. Der Tag war bisher, einer der schönsten der bisherigen Tour.

In der Unterkunft in Lichos waren wir mit Barbara aus München und Annie, Monique und Marie – Christine aus Besancon untergekommen und hatten bereits einen nettes Abendessen miteinander verbracht. Bereits um 7.00 Uhr saßen wir alle wieder am Frühstückstisch zusammen. Da Barbara die lange Strecke laufen und der Rest die Abkürzungen nutzen wollte, verließen wir gemeinsam mit den Französinnen um 7.30 Uhr die Unterkunft. Ich spreche zwar kein französisch, verstehe aber das ein oder andere Wort und kann mir so manchen Zusammenhang reimen. Wenn ich etwas zu sagen habe, sage ich das einfach auf englisch oder Anne übersetzt zur Not. Nach 18,5 km erreichten wir ohne besondere Pause um 12.00 Uhr in Uhart-Mixe einen Gasthof mit angeschlossener Herberge. Hier machten wir erst einmal Pause und stärkten uns mit Baskischen Spezialitäten. Kaum saßen wir, stieß auch noch der Kanadier Dimitri zu uns. So wurde auch die Mittagspause zu einer lustigen Runde. Wir waren noch nicht mit dem Essen fertig, wurden wir eingeladen, unsere Pause im Garten auf Sonnenliegen fortzusetzen. Dankbar nahmen wir 5, Demitrie wollte weiter, das Angebot an. Als ich kurz vor 14.00 Uhr wieder wach wurde, schnarchten 4 Damen neben mir. Ein Bild für die Götter. Ach nee, Damen schnarchen nicht. Die restlichen Kilometer bis zur Unterkunft schafften wir dann auch noch ganz locker. Zum Wohlbefinden trug heute auch das Wetter bei. Die Temperatur war nicht so hoch wie in den Vortagen und die Sonne versteckte sich häufig hinter Wolken, dafür war auch die Sicht auf die Pyrenäen wolkenverhangen. Es wäre schön, heute Nacht käme noch ein Gewitter herunter und morgen herrscht wieder freie Sicht.

In der Unterkunft waren über 30 Personen untergebracht. Diese Herberge hat Kultstatus, denn nach dem Abendessen werden ca. eine Stunde lang baskische Lieder vom Wirt vorgetragen. Es fordert auch zum Mitsingen oder Nachsingen auf. Wer den Text nicht versteht singt eben seinen eigenen Text. Der mir gegenübersitzende Holländer war Spezialist im Texte erfinden.

Morgen kommen wir in der letzten französischen Station, St. Jean Pied de Port, an. Am Donnerstag machen wir dann einen Ruhetag, um St. Jean Pied de Port ausgiebig zu besichtigen, unsere Blasen zu pflegen und uns für den Sturm der Pyrenäen nach Roncesvalles zu stärken.

 

Montag, 08.06.2015, Tag 14

Auf dem Weg nach Lichos ist eigentlich nicht außergewöhnliches geschehen. In der Mittagspause machten wir über 1,5 Stunden auf einer Waldlichtung Rast, stärkten uns mit einem Picknick, lagen danach im Gras und lasen in unseren E-Readern. Wir haben festgestellt, dass uns eine lange Pause wieder richtig Kraft und Laune gib.

 

Sonntag, 07.06.2015, Tag 13

Um 17.15 Uhr sind wir in Sauvelage im Gite Nadette angekommen. Von außen ein Hexenhäuschen, entpuppt es sich innen auf den ersten Blick als Rumpelskammer. Das Bad und WC ist im Zimmer durch einen halbhohen Paravent aus Brettern abgetrennt. Madame Nadette ist eine Künstlerin mit sehr lautem Mundwerk und schriller Stimme, die sich zu inszenieren weiß. In ihrer besonderen Art war sie sehr liebevoll und zugewandt wusste aber ihren Gewinn zu machen. Die Nutzung der Waschmaschine, andernorts kostenfrei bis zu drei Euro, bei ihr vier Euro, die Nutzung des Swimmingpools fünf Euro, lediglich am Pool auf Sonnenliegen liegen drei Euro. Nur der Garten war zur freien Verfügung. Als Abendessen gab es kalte Gemüsesuppe (Gazpacho), Entenherzen mit Bratkartoffeln und als Dessert Himbeertarte. Ich würde mir nie Entenherzen bestellen, aber sie waren eine richtige Entdeckung und sehr lecker.

Auch lernte ich bei Madame Nadette eine neue Art der Sauberkeitsvorsorge kennen. Die Rucksäcke mussten in eine große blaue Mülltüte verpackt werden, bevor wir sie aufs Zimmer bringen durften. Was dann damit geschah, wurde nicht kontrolliert. Natürlich habe ich den Rucksack im Zimmer wieder aus der Mülltüte genommen. Wie soll ich sonst an meine Sachen kommen?

Anne mit Madame Nadette Anne mit Madame Nadette

Picknick auf der Waldlichtung Picknick auf der Waldlichtung

Tanz der flotten Damen Tanz der flotten Damen den Berg hinunter

Mittagsschlaf im Garten erholsamer Mittagsschlaft im Restaurantgarten

der singende baskische Bauer der singende baskische Bauer

 

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Angenehme Ankunftszeit

Tag 11 Aire sur l´Adour – Pimbo 28,3 km

Tag 12 Pimbo – Morlanne 21,6 km

Um 14.15 Uhr, nach einer schönen und entspannten Wanderung in der Unterkunft anzukommen hat was. Man weiß, dass man etwas getan hat nach 21 km, ist auf der anderen Seite aber nicht so geschafft, dass man gleich ins Bett möchte.

Es war heute wieder sehr schön, durch die hügelige und abwechslungsreiche Landschaft zu wandern. In den flachen Passagen wurde vorwiegend Mais und ein wenig Getreide angebaut, an den Hängen mehr Gras- und Viehwirtschaft. Weite Flächen hatten auch wieder einen dichten Baumbestand. Als Wald konnte man diese Flächen nicht bezeichnen, dafür waren sie zu klein. Ich hatte die heutige Strecke zu unserer Unterkunft so geplant, dass wir nach etwa 12 Kilometern die Pilgerroute verließen und gut 8 Kilometer einer Landstraße folgten. Dadurch reduzierte sich unser heutiger Weg um gut 10 Kilometer, denn unsere Unterkunft liegt vier Kilometer vom Jakobsweg entfernt. Zu unserer Überraschung wurde uns die Benutzung des hauseigenen Schwimmbeckens angeboten. Wir verzichten aber beide darauf, aus Sorge vor einer Infektion unserer Blasen. Mittlerweile haben sich neue Blasen unter bereits geplatzten Blasen gebildet. So etwas habe ich noch nie gesehen. Trotzdem klappt es mit dem Wandern ganz gut. Den Bericht schreibe ich im Garten des Hauses, bei einem kühlen Bier sitzend. Die Temperaturen sind heute merklich niedriger als in den letzten Tagen und auch die Sonne versteckte sich bis nach 11.00 Uhr hinter Wolken. Danach schaute sie ab und an hervor. So kann es bleiben, mehr brauchen wir nicht.

Gestern war es dagegen viel heißer. Die Sonne stand am blauen Himmel und schien kräftig auf uns hernieder. Die Luftfeuchtigkeit war so hoch, dass es keine Fernsicht gab und wir die Pyrenäen nicht sehen konnten. Eigentlich hätten wir ein tolles Bergpanorama haben sollen.

Trotzdem waren wir sehr gut voran gekommen, obwohl es am Morgen nicht danach ausgesehen hatte. Wir hatten auf Nachfrage in der Unterkunft angegeben, dass wir gerne um 7.00 Uhr frühstücken wollten. Um der Hitze ein wenig zu entgehen, wollten wir uns frühzeitig auf den Weg machen. Um 7.15 Uhr war noch nichts von Inhabern oder Personal des Hotels zu sehen und vorbereitet war auch noch nichts. So kamen wir erst weit nach 8.00 Uhr auf den Weg. Zum Glück wurde der Weg nach einem ersten Anstieg sehr flach und langweilig. Maisfelder so weit das Auge reichte. Trotz der aufkommenden Hitze legten wir ein hohes Tempo auf und erreichten die ersten Anhöhen und Hügel gegen Mittag. Im Schatten alter Bäume machten wir neben einer Kirche auf einer schönen Wiese mit Bänken und Tischen über 1,5 Stunden Pause. Nachdem wir etwas gegessen hatten legte Anne sich gegen einen Baum und schlief etwas. Ich zog mir die Schuhe aus, legte mich ins Gras und widmete mich meinem Buch auf dem E-Reader. Ich hätte den ganzen Nachmittag dort liegen bleiben können. Doch kurz vor 15.00 Uhr mahnte Anne zum Aufbruch. Die Pause hatte uns so gut getan, dass wir das hohe Tempo trotz der nun folgenden auf´s und ab´s beibehalten konnten. Für eine Erfrischung sorgte unterwegs eine Flaschendusche mit frischem, kalten Wasser, das wir neben einer Kirche zapfen konnten. Um 17.00 Uhr erreichten wir unsere Unterkunft. Hier herrschte ein ganz neues Regiment. Madame empfing uns auf der Terrasse. Als erstes Schuhe aus, Rucksack in der Spül- und Waschküche abstellen. Danach auf Socken zur Zimmerbesichtigung. Schönes großes Zimmer mit kleinem französischen Bett, ich fange an es zu hassen. Danach wieder runter in die Spül- und Waschküche. Hier bekamen wir jeder eine große Einkaufstasche in die Hand gedrückt. Was wir auf dem Zimmer brauchten, sollten wir darin einpacken. Der Rucksack blieb da.

Pünktlich um 19.00 Uhr stand das Abendessen auf dem Tisch. Es war sehr schmackhaft, Schweinebäckchen mit Ratatouille, aber für sechs Personen knapp bemessen. Dafür standen zwei Flaschen Wein auf dem Tisch, dem ich als Nahrungsersatz kräftig zusprach. Das bisschen, das ich esse, kann ich auch trinken. Prompt fielen mir um 21.00 Uhr die Augen zu.

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