In Lettland angekommen

Kaum hat man sich auf ein Land eingestellt, ist man schon wieder draußen. Nach 85 Kilometern sind wir an unserem Tagesziel Nica in Lettland angekommen.

Trotz einzelner fallender Regentropfen, sind wir heute Morgen losgefahren. Nachdem wir die Stadt hinter uns gelassen hatten, begann für uns eine Genussradtour. Ein ehemaliges Militärgelände, das selten zu Übungszwecken genutzt worden war, ist in ein Naturschutzgebiet umgewidmet worden. Ostsee, Wälder, Seen, unberührte Natur und ein Radweg von hervorragender Qualität. Was dem Ganzen die Krone aufsetzte: keine nennenswerten Steigungen. Das Wetter hatte auch endlich erbarmen mit uns. War es gestern grau, nass und trübe, so hatte es in der Nacht einen Temperatursturz auf angenehme 22° – 26° C im Schatten gegeben und das Sönnchen lachte vom blauen Himmel.

Auf dem Weg passierten wir Palanga, ein schöner Badeort mit internationalem Publikum. Hier war richtig Trubel. Kurze Zeit später kamen wir in den Ort Sventoji. Hier gab es ein riesiges Angebot von Leihrädern, Spaßmobilen, Vergnügungsgeräten und Verkaufsständen aller Art. Aber außer Verkäufern gab es kaum Publikum. Hier lief wohl etwas schief oder aus dem Ruder.

Wenig später mussten wir durch ein echtes Nadelöhr. Eine Holzhängebrücke mit einem Durchgang von maximal 120 cm, und dann auch noch Gegenverkehr. Wer hier mit bepacktem Fahrrad durch möchte, darf keine Rücksicht nehmen. Irgendwie geht es immer weiter. Zwei junge Männer, die uns mit Fahrrädern entgegen kamen, mussten diese über unsere Köpfe hinweg heben.

Bald war dann auch die Grenze zu Lettland erreicht und das Genussradeln hatte schlagartig ein Ende. Die nächsten 30 Kilometer mussten wir auf einer Hauptstraße mit zwar wenig Verkehr, der es dann aber in sich hatte. Radfahrer sind noch nicht so viele in Lettland unterwegs und werden als Störfaktor angesehen. Damit es nicht zu viele Radfahrer werden, muss den bereits vorhandenen Radlern kräftig Angst gemacht werden. Mit Höchstgeschwindigkeit, die fern der erlaubten Geschwindigkeit ist, und Minimalabstand schießen die Autos, Busse und LKWs an einem vorbei. Bloß keinen Schlenker um ein Schlagloch oder die weichen Asphaltflächen machen. Die Folgen wären fatal.

Erschöpft aber froh erreichten wir dannin Nica unser Hotel.

Hängebrücke als Nadelöhr

Hängebrücke als Nadelöhr

Grenzübergang nach Lettland

Grenzübergang nach Lettland

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Spontaner Ruhetag

Gestern Abend, nachdem wir alle Berichte geschrieben, hochgeladen und den aktuellen Wetterbericht eingesehen hatten, haben wir spontan beschlossen, einen Ruhetag in Klaipeda einzulegen. Schnell noch ein neues, besseres, zentraler gelegenes und vor allen Dingen preiswerteres Hotelzimmer gebucht und das angekündigte Schlechtwetter meldete sich schon mit Blitz und Donner.

Auch wenn es in der Nacht laut und stickig war, genossen wir die Stunde längeren Ausruhens. Als wir zum Frühstück gingen, entlud sich gerade ein heftiges Gewitter mit Starkregen. Wir grinsten um die Wette – richtige Entscheidung getroffen.

Nachdem das Gewitter sich verzogen, wir unsere Sachen gepackt und auf die Fahrräder verladen, radelten wir zügig unsere heutigen drei Kilometer ins neue Hotel. Nachdem unsere Räder samt Gepäck, das Zimmer konnten wir noch nicht beziehen, sicher verschlossen waren, machten wir uns auf, die Stadt zu besichtigen. So standen neben „Ännchen von Tharau“, der Altstadt mit Markt und Markthalle, so einige Punkte auf unserer Liste, die wir schon 2004 gesehen hatten. Es war eine positive Überraschung, wie die Stadt sich entwickelt hat. Enttäuscht waren wir von Markt und Markthalle. Wurde hier noch vor zehn Jahren ein großes und breites Angebot feilgeboten, so waren es heute nur noch wenige Händler mit dürftigem Angebot. Hier macht sich die moderne Marktwirtschaft mit ihren großen Verkaufsflächen und die international agierenden Ketten mit ihren Shops bemerkbar. Egal, ob Köln, London, Paris, New York oder Klaipeda, die Geschäfte sind immer die gleichen.

Den Nachmittag nutzten wir, die nächsten Quatiere an der Küste fest zu machen. Lettland, und was noch schlimmer ist, das Wochenende steht vor der Türe und Hotels sowie Pensionen sind ausgebucht. Mal sehen, wo wir am Strand schlafen müssen.

Wie meistens, so schreiben wir auch heute den Bericht bei einem guten Abendessen vor. Heute sitzen wir noch bei einem guten Glas Wein und Live-Musik im Innenhof eines angesagten Szene – Restaurants in der Altstadt von Klaipeda.

P.S. Auf Anfrage senden wir gerne die 17 Strophen des Liedes von Simon Dachs „Ännchen von Tharau“.

zwei Aennchen mit und ohne von Tharau

zwei Ännchen, eine mit, eine ohne von Tharau

Impressionen im Hafen

Impressionen im Hafen

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Gemütlich nach Klaipeda

Heute sollte es gemütlich ins 49 Kilometer entfernte Klaipeda gehen. Es wurden 58 Kilometer. Nachdem in der Nacht ein heftiges Gewitter mit viel Regen niedergegangen war, war die Temperatur am Morgen recht angenehm. Die Sonne hatte zwar schon mächtig Kraft zum Frühstück, aber wir waren guter Dinge.

Groß war die Überraschung, als wir die Bonner Radlergruppe beim Frühstück wieder sahen. Auch sie hatten diese Ferienanlage als Unterkunft gewählt. Wieder tauschten wir uns angeregt über den letzten Tag und die heutigen Absichten aus. Ihre Reise endet heute in Klaipeda und sie fahren morgen mit dem Schiff zurück nach Kiel. So weit sind wir noch lange nicht.

Der Weg auf der lettischen Seite der Kurischen Nehrung gestaltet sich ganz anders und viel angenehmer als auf russischer Seite. Hier gibt es einen separaten Radweg abseits der Straße und manchmal auch auf der anderen Seite der Nehrung als die Straße. Das heißt nicht, dass hier nichts los wäre. Immer muss man auf der Hut vor entgegenkommenden Radfahrern oder Fußgängern sein. Die Vegetation ist ähnlich wie auf der russischen Seite der Nehrung. Erschrocken waren wir über das Ausmaß eines Waldbrandes, der vor nicht allzu langer Zeit gewütet hat. Wir können nur hoffen, dass sich die verbrannten flächen schnell regenerieren.

Kurz vor Klaipeda haben wir dann noch eine Picknickpause im etwas kühleren Schatten gemacht. Auch heute waren die Temperaturen über der 30° C Marke. Anne war nicht zu einem Besuch der Ostsee zu bewegen. Es war ihr einfach zu heiß in der Sonne.

Kurische Nehrung zwischen Nida und Klaipeda

Kurische Nehrung, zwischen Nida und Klaipeda

Picknick auf der Kurischen Nehrung

Picknick auf der Kurischen Nehrung

Kurische Nehrung, Ostseestrand Richtung Klaipeda

Ostseestrand auf der Kurischen Nehrung in Richtung Klaipeda

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Die Hitze hat uns fertig gemacht

Wir haben heute Russland erst einmal hinter uns gelassen und nach 89 Kilometern Nida in Litauen erreicht.

Bereits um 10.00 Uhr stieg das Thermometer über die 30° C Marke und erreichte bei einer Trinkpause um 11.00 Uhr bereits die 37° C Marke. Wir konnten kaum soviel trinken, wie wir schwitzten. Dazu kam ein äußerst mühevoller Wegabschnitt. Anstatt die Alternativroute über den Standstreifen der Autobahn, was in Russland durchaus für Radfahrer üblich und erlaubt ist, wählten wir die Originalroute des R1 durch ein ehemaliges Truppenübungsgelände. Dieser Weg ist mit dem Fahrrad nur bei trockenem Wetter befahrbar, da es sich um einen unbefestigten Naturweg mit ausgeprägten Schlaglöchern, Querrillen und staubig loser Oberfläche handelt. Zügiges Fahren war auf Grund der Querrillen, schlimmer aber, wegen der losen Oberfläche nicht möglich, da das Hinterrad des Fahrrades immer wieder ausbrach und wegrutschte. Langsam kommt auch ans Ziel, auch wenn der vermeintlich kühlende Fahrtwind fehlte. Nach 15 Kilometern ab unserer Unterkunft, war auch dieser Vorgeschmack auf Lettische Abschnitte geschafft. Leider bot dieser Abschnitt auch so gut wie keinen Schatten und wir wurden leicht vorgekocht.

In Selenogratsk genehmigten wir uns erst einmal ein Eis auf der Faust. Gerne hätten wir uns auch in ein Cafe gesetzt, aber mangels Masse oder Cafe ging das nicht. Nachdem wir wieder losgefahren waren und mein Tacho 2996 Kilometer anzeigte, überlegte ich, wie wir das Ereignis 3000 Kilometer wohl diesmal festhalten könnten. Da entdeckte ich vor uns eine vierköpfige Radlergruppe, von den drei einen Helm trugen. Ich erinnerte mich an die Aussage von Boris, wonach helmtragende Radfahrer in der Regel deutsche sind. Schnell hatten wir sie eingeholt und ich sprach sie einfach auf Deutsch an. Boris hatte Recht, es waren Radler aus dem Raum Bonn. Schnell kamen wir auch beim Fahren ins Gespräch und sie willigten gerne ein, das Ereignis festzuhalten. Danach trennten sich unsere Wege erst einmal wieder.

Die 49 Kilometer durch das Naturschutzgebiet „Kurische Nehrung“ bis zur Grenze Russland / Litauen zogen sich wie Kaugummi. Besichtigungen machten wir keine mehr, da wir diese bereits am vorherigen Sonntag gemacht hatten. Wir freuten uns über jede Schattenpassage, da die Sonne erbarmungslos auf uns herunter brannte. Um 16.15 Uhr passierten wir eine Tankstelle, deren Anzeige 37° C anzeigte. Wir wollten es kaum glauben. Mein Tacho, auf dem ich die Temperatur seit Stunden nicht mehr aufgerufen hatte, wir wollten es nicht mehr wissen, zeigte die gleiche Temperatur an. Es nutzte nichts, wir mussten weiter.

An der russischen Grenze waren wir am ersten Schlagbaum die einzigen. Nach kurzer Wartezeit wurde uns geöffnet und ein junger, freundlich lächelnder Grenzbeamter winkte uns nach kurzer Passeinsicht durch. An der nächsten Station mussten wir unsere Pässe abgeben und schon nach kurzer Zeit hatten wir den Ausreisestempel und durften zur Litauischen Kontrolle weiterfahren. Hier gab es auch nur einen kurzen Blick in den Pass und wir durften weiterfahren. Alles in allem haben wir die Grenze innerhalb von 30 Minuten passiert.

Froh, unsere Unterkunft erreicht zu haben kamen wir gegen 19.00 Uhr an. Anders als erwartet war es kein Hotel, sondern eine Ferienhaus- und Ferienzimmeranlage. Internet war trotz Ankündigung in Booking.com nicht vorhanden. Ein Restaurant ebenso wenig. Also, schnell frisch machen und wieder in den Ort zurück. In dem Restaurant schrieb ich noch die kurzen Statements und erlebte, was schnelles Internet ist. So hätte ich es gerne auch zuhause.

Kurische Nehrung, zwischen Rybatschi und Litauische Grenze

Kurische Nehrung zwischen Rybatschi und Litauischer Grenze

Die Birken werfen schon die Blätter ab, wegen Hitze und Trockenheit

unsere Unterkunft in einen typischen Niddahaus, rechts oben

unsere Unterkunft in einem typischen Nidaerhaus

 

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3000 km Marke erreicht

Am Eingang zur Kurischen Nehrung, kurz hinter Selenogradsk, haben wir die 3000 km Marke erreicht. Eine vierköpfige Radlergruppe aus dem Raum Bonn, die wir zwei Kilometer vorher eingeholt und angesprochen hatten, war das Ereignis mit kräftiger Unterstützung festzuhalten.
Die Zahl 3000 konnte ich diesmal nicht so kräftig auf die Straße malen, da doch reger Verkehr herrschte und wir ein Hindernis, das russische Autofahrer nicht so gerne akzeptieren, darstellten.
3000 !
3000 km erreicht

3000 km erreicht und mit tatkräftiger Unterstützung festgehalten

3000 km

3000 Kilometer

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Temperaturen weiterhin zu hoch

Der Wettergott meint es wirklich gut mit uns. Bei über 30° C sind wir heute 60 Kilometer nach Swetlogorsk an die Ostsee gefahren. Der Weg dorthin wäre bei etwas niedrigeren Temperaturen ein Genuss und Augenschmaus gewesen. In der unberührten Brachlandschaft blühte es in unterschiedlichen Formen und Farben. Dazu der weite Blick in die Landschaft! So aber flüchteten wir immer wieder in die schattenspendenden Alleen und dunklen Wälder. Leider hatte sich auch das beißende und stechende Fluggetiers in den Schatten geflüchtet und fiel in Scharen über uns her. Sie müssen stark ausgehungert gewesen sein, denn selbst mit Anti – Brumm ließen sie sich kaum von uns fernhalten.

Hier in Swetlogorsk, einem typischen Ostsee – Badeurlaubsort, steppt der Bär. Menschen über Menschen. Ein Glück, dass wir morgen weiter fahren. Dann erreichen wir Litauen.

Wir sind von der Region Kaliningrad mehr als positiv überrascht. Auch sind wir überall höflich und zuvorkommend bedient worden. Essen und Trinken war vielfältig und lecker. Somit können wir nur ein positives Fazit der ersten vier Tage in Russland verkünden. Mal sehen, was uns der Russland – Teil II beschehrt.

farbenfrohe Landschaft

farbenfrohe Landschaft

schattenspendende Allee

schattenspendende Allee

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Ruhetag in Kaliningrad

Pünktlich zur verabredeten Zeit um 10.00 Uhr, trafen wir uns mit unserem Fremdenführer und Dolmetscher, Boris, in der Hotellobby. Absprachegemäß war Boris, der fünf Jahre in der DDR stationiert war und dort deutsch gelernt hatte, mit dem Auto gekommen und machte zuerst eine Stadtrundfahrt mit uns. Anne hatte darum gebeten, uns auch die unbekannten Ecken Kaliningrads zu zeigen. So fuhren wir erst einmal eine Stunde kreuz und quer durch die Stadt. Die Vielfalt der Baustiele und das viele Grün hat uns positiv überrascht.

Die Temperatur überschritt sehr schnell die 30° C Marke und Boris schlug vor, mit uns nach Selenogradsk und auf die Kurische Nehrung zu fahren. Wir nahmen das Angebot gerne an und unterwegs erzählte er viel über den russischen Alltag und das Leben in der Freihandelszone Kaliningrad. Auf meine Frage, warum die Felder so vernachlässigt und verwildert seien, meinte er: „Wer soll die Arbeit machen? Richtige Landwirte und Bauern gibt es nicht. Ehemalige Kolchosearbeiter haben keine Ahnung davon. Außerdem saugt die Stadt Kaliningrad alle Arbeitskräfte auf, auch aus der Umgebung, und die Landarbeit will bzw. braucht niemand mehr zu tun.“

So hatten wir viele Gesprächsthemen und jede Antwort ergab eine neue Frage. Erstaunt war ich z.B., dass selbst in den am schlechtesten aussehenden Wohnblöcken die Wohnungen Eigentumswohnungen sind, die in der Regel in einem guten Zustand sind. Die Menschen können nach eigenem Ermessen und Geldbeutel Wohnungen kaufen, verkaufen oder Häuser nach eigenen Vorstellungen bauen.

Boris erzählte so interessant und ungeschminkt, dass wir gerne mehr Zeit als nur die knapp zehn Stunden mit ihm verbracht hätten.

Auf der Kurischen Nehrung zeigte er uns die Wanderdüne, die Vogelberingungsstation „Fringilla“, wo wir eine Privatführung erhielten, den „Tanzenden Wald“, den Ort Rybatschij und und und. Gegen 20.00 Uhr setzte Boris uns dann vor einem Spezialitätenrestaurant in Kaliningrad ab, besorgte uns noch einen schönen Tisch auf der Terrasse und fuhr zu seinem nächsten, privaten Termin. Gerne hätten wir ihn zum Essen eingeladen und weiter seinen Erzählungen gelauscht, ab alles hat nun mal ein Ende.

der Tanzende Wald mit unerklärlichen Wuchsrichtungen der Bäume

der “Tanzende Wald”, die Bäume wachsen unerklärlich in alle Richtungen

Königsberger Dom

der Königsberger Dom

Grabmahl Immanuel Kant am Königsberger Dom

das Grabmal Immanuel Kants am Königsberger Dom

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Heil angekommen

Nach 72 Kilometern sind wir um 16.30 Uhr Ortszeit (plus 1 Stunde) im Hotel in Kaliningrad angekommen. Den im Bild gezeigten Ortseingang haben wir ca. eine Stunde früher erreicht.

Von unserem Hotel in Frombork bis zur Grenze waren es nur noch 18 Kilometer. Hier war Geduld gefordert, da der vor uns stehende Pole eine Endlosdiskussion mit einer polnischen Zöllnerin hatte. Die Zöllnerin war wenigstens so freundlich, uns bis in den Schatten vorfahren zu lassen. Hier durften wir dann der Diskussion eine gefühlte halbe Stunde zuschauen. Unsere Abfertigung durch di Zöllnerin dauerte keine zwei Minuten. Auf dem Weg zur russischen Kontrolle überholte uns ein PKW, besetzt mit einer vierköpfigen Familie, mit einem „Mettmann“ Kennzeichen. An der Kontrollstelle angekommen, winkte man uns auch hier in den Schatten vor. Nachdem die Mettmann-Familie die Pässe abgegeben, zurückerhalten und der PKW kontrolliert wurde, tauchte scheinbar ein Problem auf. Es dauerte und dauerte, zwei weitere Beamte wurden hinzu gezogen und wir standen da und schwitzten. Irgentwann durften auch wir vortreten, unsere Pässe vorzeigen und weiterfahren. Insgesamt hat der Grenzübergang etwas über eine Stunde gedauert.

Die Weiterfahrt nach Kaliningrad erfolgte auf der ehemaligen Reichsstraße Nr. 1, einer heutigen Nationalstraße mit neuestem Straßenbelag. Die Autos und LKWs fuhren sehr schnell, nah und rücksichtslos an uns vorbei. Zum Glück sind wir beide nicht ängstlich und schreckhaft, und wussten den entstehenden Fahrtwind in Geschwindigkeit unsererseits umzusetzen.

Der in unserem Roadbood avisierte Geldautomat war defekt, was uns eine Fahrt in den Ort Manowo einbrachte. Nach äußerst holpriger Fahrt bekamen wir mit der Mastcard an einem Automaten in einem Supermarkt unsere ersten Rubel.

Auf der Weiterfahrt nach Kaliningrad strampelten wir, was die Beine hergaben. Wir hatten den Eindruck, dass fast jeder, der ein Auto oder einen LKW besitzt, zu unserer Begrüßung uns entgegen fuhr und später wieder überholte.

Unterwegs fuhren wir an zwei typischen Datschen – Siedlungen vorbei. Bis auf zwei größere Getreidefelder erschien uns die Landschaft ziemlich vernachlässigt.

In Kaliningrad angekommen, wurde der Straßenbelag immer schlechter und viel Wohnsilos erschienen in einem schlechten Zustand, ebenso wie zwei Brücken, die wir überquerten. Im krassen Gegensatz dazu stehen die vielen Neubauten, die wir in den Vororten gesehen haben.

Der morgigen Führung sehen wir mit großen Erwartungen entgegen.

Kaliningrad 49 km, Moskau 1270 km, St Petersburg 1001 km

Kaliningrad 49 km, Moskau 1270 km, Sankt Petersburg 1001 km

Ortseingangsmonument Kaliningrad

Ortseingangsmonument Kaliningrad

wer ist es denn

wer ist das denn ?

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Erreichbarkeit

Wir werden  morgen, Samstag, den 26.07.14 gegen 10.00 Uhr in Russland einreisen. Wir werden ab diesem Zeitpunkt bis 29.07.14 ca. 17.00 Uhr telefonisch nicht erreichbar sein. Der Russlandtarif der Telekom ist mir zu teuer.

Email werde ich abends per Wlan im Hotel abrufen können.

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Letzte Station in Polen

Nach 82 Kilometern haben wir Frombork, unsere letzte Station in Polen, erreicht. Noch 18 Kilometer und wir werden zum ersten Mal auf dieser Reise, die russische Grenze passieren.

Doch zuerst den Nachtrag zu gestern. Den Bericht habe ich zum Schluss mit Stirnlampe zu Ende geschrieben. Ein Hochladen war schon mit Track und Tabelle über Handyhotspot nicht möglich.

Pünktlich um 23.00 Uhr machte dann auch die Theatergruppe Feierabend. Unser Zimmernachbar, männlich, Schuhgröße 45, die Schnürstiefel standen auf dem Flur, hatte wohl der Theatergruppe bis zum Ende zugeschaut. Als deren Dudelmusik verebbte, begann sein Fernseher uns bis morgens 6.00 Uhr zu beschallen. Entweder der Typ hat die Nacht durchgemacht, oder er kann nur bei Krach schlafen.

Den heutigen Tag begannen wir dann mit einem nett zubereiteten Frühstück in dem 18.00 Uhr – geschlossen – Lokal. Anne hatte dies am Vorabend mit einer der Theater – Ladys organisiert. An dem Rührei habe ich trotz Kügelchen bis 14.00 Uhr bzw. bis Tolkmicko gegessen. Landschaftlich habe ich nicht viel mitbekommen. Anne meint: „Es war sehr abwechslungsreich.“ In Tolkmicko haben wir dann eine längere Pause in einem Strandlokal gemacht.

Vorher waren wir doch sehr entsetzt, in welchem Zustand wir Schloss Cadinen, die Sommerresidenz Kaiser Wilhelms II, in Kadyny antrafen. Waren wir doch bereits 2004 auf einer Radtour hier vorbei gekommen. Wo damals noch Trakehner – Pferde auf der Koppel und in den Stallungen standen, herrschte heute meterhoch Unkraut und Verfall. Auch der dort eingezogene Country – Club verbessert das Bild nicht.

Auf dem weiteren Weg Richtung Frombork entdeckten wir immer wieder bekannte Ecken, hier einen Skleb, dort eine Kirche, dann einen Picknickplatz. Zu unserer großen Freude hatte man vor kurzem der drei Kilometer langen und Höhenmeter überbrückenden Rampe nach Frombork eine neue, leicht zu rollende Asphaltdecke spendiert. Sie hat dadurch einiges von ihrem Schrecken verloren. Die Abfahrt, ebenso lang wie hoch, wurde zwecks Geschwindigkeitsreduzierung in mangelhaftem Zustand belassen. ( Oh Gott, wie würde ich das in entgegengesetzter Fahrtrichtung erklären?)

In Frombork angekommen, suchen wir als erstes die Domburg mit dem Kopernikus-Museum und dem Foucaultschen Pendel. Auf eine Führung verzichteten wir auch hier, weil 2004 bereits erfolgt.

Pünktlich nach Bezug unseres Hotelzimmers, auch hier waren wir bereits 2004, prasselte ein heftiges Gewitter mit Regenguss hernieder. Damit ist hoffentlich der Regen für morgen auch erledigt.

Theaterprobe in Dzierzgon

Theaterprobe in Dzierzgon

erster Blick auf das Frische Haff

erster Blick auf das Frische Haff

vor der Domburg zu Frombork

Domburg zu Frombork

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