Tschüss Lettland, Tach Estland

Und wieder haben wir ein Land hinter uns gelassen. Nach 76 Kilometern sind wir in einer ehemaligen Schule, heute Hotel mit Jagdambiente, in Valga in Estland angekommen.

Nach einem sehr guten, extra nur für uns zubereiteten, Frühstück, füllten wir unsere Wasserflaschen an der hauseigenen Quelle. Das Wasser war eisig kalt und schmeckte lecker superfrisch.

Unser Weg führte uns in ständigem auf und ab, wie immer, durch Wiesen, Felder und Wälder. Doch zunächst mussten wir eine ca. drei Kilometer lange, extrem sandige, Naturschotterstraße bewältigen. Waren wir am Vortag, bedingt durch die Feuchte des Weges, noch gut auf den Naturstraßen voran gekommen, so sehr sanken wir jetzt in den trockenen Staub und Sand ein. Es erforderte zum Teil akrobatische Höchstleistung, nicht zu stürzen. Von Vorankommen konnte kaum die Rede sein. Irgendwann hatten wir auch diese Episode geschafft und wir kamen nun, trotz zum Teil heftiger Steigungen, gut voran.

Etwas lang wurde uns die fast immer geradeaus führende Waldpassage vor Valka. Noch schnell ein paar Fotos an der Grenze und schon hatten wir unsere Unterkunft für heute erreicht.

Mit dem Wetter hatten wir wieder Glück. Gemäßigte Temperaturen, erst zum Nachmittag bewölkte es sich. Gegen 21.00 Uhr gab es dann ein kräftiges Gewitter.

Wasser schöpfen an der Quelle

Wasser an der Quelle schöpfen

Grenzübertritt von Lettland nach Estland

Grenzübertritt von Lettland nach Estland

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Fahrt durch den Gauja Nationalpark

In einem ständigen Auf und Ab, ging es heute 62 Kilometer durch den Gauja Nationalpark, bis irgendwo im Nirgendwo drei Häuser den Ort Sparini bilden.

Völlig überrascht fanden wir hier ein modernes Gästehaus mit eigener Quelle vor der Haustür und einem schönen Badesee entlang der Grünanlage. Damit hatten wir nicht gerechnet. Wir sind zwar im Moment die einzigen Gäste, bekamen aber ein sehr schmackhaftes Abendessen mit Dessert gekocht. Nur auf unser Abendbierchen müssen wir hier verzichten.

Kurz nach der Abfahrt in Segulda verließ unsere Route die asphaltierte Straße und 23 der nächsten 30 Kilometer führten über eine Naturstraße. Wir hatten das Glück, dass durch die Niederschläge der letzten Tage die Wege feucht und fest waren. Auch die Waschbrettrillen hatten sich zum Teil verfüllt. So kamen wir gut voran. An zwei Steigungen mit 9% und 12% mussten wir vom Rad und schieben. Aber auch diese Passagen schafften wir.

Die Landschaft aus Hügeln und Tälern, Wäldern, Wiesen und riesigen Getreidefeldern ist traumhaft schön. Wir sitzen, während ich diesen Bericht schreibe und Anne diktiert, auf der Terrasse unseres Gästehauses und blicken über scheinbar unendlichen Wald im Gauja Nationalpark.

unendliche Felder und Wälder

unendliche Felder und Wälder

Gästehaus Sparinu Kalns in Sparini

Gästehaus Sparinu Kalns in Sparini

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Gegensätze

Nachdem wir heute, Samstag, den 09.08.14, morgens zuerst noch auf den Markt mussten, haben wir die 68 Kilometer nach Sigulda recht schnell heruntergespult.

Mit Blitz und Donner waren wir in Riga eingefahren, mit Blitz und Donner verabschiedete sich Riga die halbe Nacht von uns. Wie jeden Abend, so gab es auch gestern Abend zwar etwas später, dafür aber länger, ein Gewitter. An den Vortagen war es nicht weiter schlimm, hörte es doch so schnell wie es begonnen hatte auch wieder auf. In der vergangenen Nacht aber regnete es bis morgens um sechs Uhr in einem durch. Als wir kurz vor acht Uhr zum Frühstück gingen, fing es wieder an zu regnen und wir hatten schon große Bedenken ob es wohl wieder aufhören würde. Kurz vor unserer Abfahrt um neun Uhr hatte der Himmel ein einsehen und die Regenschleusen schlossen sich, für´s Erste jedenfalls.

Noch einen kurzen Abstecher auf den Markt und wir konnten unsere Tagesetappe beginnen. Wir brauchten fast zehn Kilometer, bis wir Riga hinter uns lassen konnten. Auf dem Weg durch die Vororte sahen wir viele Gesichter Rigas. Wunderschöne alte Bauten, liebevoll restauriert, aber auch heruntergekommene, vernachlässigte. Auch alte Holzhäuser sahen wir in beiden Varianten und ihren Abstufungen. Besonderst krass zeigten sich die Gegensätze bei neungeschossigen Wohnblocks am äußersten Rand der Stadt. Solch schlimm anzusehende Plattenbauten hatten wir zuletzt in Kaliningrad gesehen. Und gleich daneben ein supermodernen, riesiger Verbrauchermarkt, der mit seiner Ausstattung und seinem Angebot auch bei uns in der ersten Liga spielen würde.

Unser Weg führte uns wieder durch dichte Wälder und entlang Wiesen, auf denen das Wasser stand. War es vom Regen, oder waren es Feuchtgebiete? Mücken und anderes beißendes Fluggetiers gab es jedenfalls mehr als genug.

Vor Segulda wurde es auch wieder hügeliger. Die Region wird auch als lettische Schweiz bezeichnet.

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Riga: gerne wieder

Die zwei Tage in Riga haben wir sehr genossen. Wir haben die Stadt bei zwei Führungen per Bus und zu Fuss aus vielen Perspektiven kennen gelernt und haben viele Hintergrundinformationen erhalten. Entspannung fanden wir bei Livekonzerten von Jazz, Rock, fetzigem Rockabilly und klassischer Musik.

Außerdem sind wir viel durch die Stadt gewandert und haben die Markthallen und den angrenzenden Obst-, Gemüse- und Blumenmarkt ausgiebig erkundet.

Die Stadt ist so vielfältig, dass sie uns durchaus zu einem weiteren Besuch animiert.

Wir fanden heute noch Zeit, uns mit den weiteren Wegstrecken zu beschäftigen und ein paar Übernachtungsplätze vorzubuchen.

das Schwarzhäupterhaus in Riga

das Schwarzhäupterhaus in Riga

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Riga, Europäische Kulturhauptstadt 2014

Nach 44 Kilometern sind wir mit einigen kleinen Umwegen in Riga, Europas Kulturhauptstadt 2014 angekommen. Hier werden wir zwei Tage Pause machen und uns der Kunst und Kultur annehmen.

Nach einem typischen lettischen Frühstück, Omelette mit viel Zwiebeln, Paprika, Tomaten und Schinken, dazu Tomaten-Gurkensalat, eine Art körniger Frischkäse, selbstgemachte Erdbeermarmelade, Butter und das typische Malzbrot, ging der Weg auf der noch einsamen Küstenstraße nach Jurmala, dem angesagtesten Badeort Lettlands. Ein Runnig – Gag seit unserer Tour in Kaliningrad mit Boris lautet: „In Jurmala ist die Ostsee wärmer.“ Hier genehmigten wir uns in einem Strandpavillon einen Kaffee und amüsierten uns über das dargebotene Strandleben.

Entlang einer Bahnlinie ging es dann auf einer Fahrradstraße nach Riga. Die Einfahrt in die Stadt gestaltete sich etwas schwierig, da ich eine Abfahrt übersehen hatte und wir uns auf der Stadtautobahn wiederfanden. Ein Rollstuhlaufzug rettete uns aus der Situation und transportierte uns auf die Vanso – Brücke.

Bei der Weiterfahrt Richtung Innenstadt entdeckte ich dann eine Fahrradwerkstatt, in der ich Annes zwei Tage zuvor abgebrochenen Fahrradständer ersetzen wollte. Leider war der richtige Ständer nicht vorrätig. Auf Nachfrage erklärte man mir dann zwar widerwillig den Weg zu einer anderen Werkstatt. Also zwei Kilometer wieder Stadtauswärts. Auch hier war der Ständer nicht vorrätig. Auf meine Nachfrage, ob man mir zwei dieser Ständer bis zum kommenden Tag besorgen könne, mein Fahrradständer war auch schon stark verbogen und es war nur eine Frage der Zeit, bis auch er brechen würde, telefonierte der junge Mann und sagt dann, dass die Ständer in dreißig Minuten geliefert würden. Wir nutzten die Wartezeit, indem wir in dem begrünten Innenhof der Werkstattanlage ein Picknick machten.

Tatsächlich wurden die Fahrradständer innerhalb der versprochenen Zeit geliefert und ich bekam für die Montage das Werkzeug geliehen.

Auf der Brücke über die Daugova wurden wir dann mit Blitz und Donner sowie einem heftigen Regenschauer in Riga begrüßt. So schnell es begonnen hatte zu Regnen, hörte es auch wieder auf.

Der schnellste Weg in Hotel führte an den Markthallen vorbei, mitten durch den Obst- und Gemüsemarkt. Wir sorgten mit unseren bepackten Rädern ganz schön für Aufsehen.

Einfahrt nach Riga über die Vansu-Brücke

Einfahrt nach Riga über die Vansu-Brücke

ein neuer Fahrradständer für Annes Rad

ein neuer Fahrradständer für Annes Fahrrad

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Schönes Lettland mit kleinen Hindernissen

Bevor wir heute unsere gemütlichen 55 Kilometer nach Ragaciems starten konnten, musste ich erst einmal Annes Fahrrad in Gang setzten.

Anne hatte sich gestern so viel von dem weich bis flüssig gewordenen Bitumen auf der Straße hoch geschleudert, dass sich dieser unter dem Schutzblech des Hinterrades gesammelt hatte. Noch ein paar kleine Steine dazu und fertig ist eine Riesensauerei. Nach Abstellen der Räder in der Unterkunft, war der Bitumen mit den kleinen Steinen an der Innenseite des Schutzbleches heruntergelaufen und eine Verbindung mit dem Reifen eingegangen. Als es in der Nacht kühler wurde, härtete der Bitumen wieder und ein zäher Bremsklotz war entstanden. Diesen galt es erst einmal zu entfernen.

Die Etappe begann kurz hinter Kandava mit einem längeren Stück Naturweg, auf dem sich erste Waschbrettrillen gebildet hatten. Trotzdem ließ sich der Weg sehr gut durch den noch kühlen und schattenspendenden Wald und an den anschließenden Feldern vorbei fahren. Die dann folgende Landstraße nach Tukums führte durch ein landschaftlich reizvolles, welliges Gelände mit Wald und Feldern.

Kurz vor Tukums trafen wir auf zwei junge Radler, die uns schon in Klaipeda aufgefallen waren. Wie sich nach meiner Ansprache herausstellte, waren es zwei Franzosen auf dem Weg nach Tallin. Von dort wollen sie per Fähre nach Helsinki und weiter mit Rad und Fähre nach Stockholm. Von dort planen sie der Küste entlang den Rückweg nach Frankreich. Da sie eine ähnliche Route fahren wollen, wie wir sie geplant haben, konnte ich ihnen mit einigen Informationen und Tipps weiterhelfen. Später haben wir sie noch einmal am Ostseestrand gesehen.

In Ragaciems hatten wir etwas Mühe, unser Motel & Taverne zu finden. Die Taverne ist geschlossen und nicht mehr in Betrieb. Das Motel ist über die Rückseite des Hauses erreichbar, aber dort war zunächst nur eine alte Dame, die uns und wir sie nicht verstanden. Als wir schon wieder fahren wollten, kam die Inhaberin mit dem Auto vorgefahren. Die Unterkunft ist spartanisch einfach, was nicht schlimm ist, aber mit Sicherheit ist sie dafür zu hochpreisig.

Anne hochkonzentriert auf der Naturstraße

Anne hochkonzentriert auf dem Naturweg

Mühlenteich hinter Tukums

seerosenbewachsener Mühlenstausee kurz hinter Tukums

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Schluss mit zu heiß

Schluss! Aus! Kein Wort mehr über das viel zu warme Wetter. Wie zwei Brutzelhähnchen und –hühnchen sind wir heute61 Kilometer nach Kandawa gefahren.

Als erstes haben wir heute Europas breitesten Wasserfall mit 249 Metern von Europas längster befahrbarer Backsteinbrücke bestaunt.

Vom heutigen Weg waren wir sehr angetan. Abwechslungsreiche Landschaft aus Wiesen und Weiden mit Baumbestand, wenige Getreidefelder und immer wieder Wälder. Leider waren die Fahrbahntrassen durch die Wälder sehr breit geschlagen worden, sodass die Bäume nur selten und wenig Schatten spendeten. Die aufeinander folgenden sanften Hügel mit ihrem Landschaftsbild erinnerten uns an den Allgäu. Der Verkehr war zwar zeitweise rege, respektierte uns jedoch durch genügend Seitenabstand. Einige entgegenkommende Autofahrer, zum Teil mit Fahrrädern auf dem Dachträger, grüßten uns mit wildem Hupkonzert und heftigem Winken. An einer Bushaltestelle trafen wir einen estnischen Radfahrer bei seiner Pause. Er kam von Tallin und war auf dem Weg nach Bremen. Wir wechselten ein paar freundliche Worte und weiter ging es nach Sabile, einem Unikum dieser Radtour. In unserem Roadbook ist zu Sabile zu lesen: „ Mitten im Ort ist der laut Guinessbuch der Rekorde nördlichste Weinberg der Welt zu finden. So recht glücklich sehen die Rebstöcke auf dem einen Hektar großen Areal nicht aus, zu kaufen bekommt man den Wein auch nicht, aber es gibt Weinbergführungen und jedes Jahr am letzten Juliwochenende ein Weinfest.“

Am Ortsausgang stößt man unvermittelt auf einen Puppengarten, der auf skurrile aber liebevolle Art Dorfszenen und –typen zeigt.

Nach einem langen, kräftigen Anstieg erfreuten wir uns an einer ebenso langen und rasanten Einfahrt in unser Tagesziel Kandava.

Europas breitester Wasserfall in Kuldiga

Europas breitester Wasserfall in Kuldiga

Backsteinbrücke in Kuldiga

Europas längste befahrbare Backsteinbrücke

Weinberg in Sabile

Europas nördlichster Weinberg in Sabile

Puppengarten in Sabile

Ein Teil des Puppengartens in Sabile

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heiß

Nach einem landestypischen Frühstück im ortsansässigen Cafe in Pavilosta und dem täglichen Obst- und Wassereinkauf im „Supermarkt“, starteten wir zur 63 Kilometer Tour nach Kuldiga.

Zunächst noch auf der bereits gestern beschriebenen Hauptstraße, auf der heute, dank Sonntag, kaum Verkehr war. Als wir von der Hauptstraße abbogen und die Küstenregion verließen, kamen sie wieder, unsere heiß geliebten Hügel. Nicht, das sie besonderst hoch oder steil waren, nein, sie lagen einfach meist schattenlos in der Gegend herum.

Da die Sonne mittlerweile ihren Zenit erreicht hatte, war die Quecksilbersäule inzwischen auf über 35° C in Schatten angestiegen. Wir durften uns schattenlos das Hirn kochen lassen.

Der Fotoapparat blieb heute mangels Motiven und Motivation in der Tasche. Die Landschaft war, wie schon im Landesinnern zuvor, landwirtschaftlich geprägt und von Wald, Wiesen und Getreidefeldern, die noch nicht abgeerntet waren, dominiert.

Kuldiga überraschte uns als sehenswertes Örtchen. Es hat eine besondere Mischung aus Aufbruch und noch zu erledigendem.

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Herausforderung, drücken gilt nicht

Nach einer fast schlaflosen Nacht im Pfauenzimmer, Anne musste sich mit meinem Alkoholgeschnarche und den Auswirkungen einer Hochzeitsfeier im benachbarten Festsaal auseinandersetzen, fuhren wir heute 85 Kilometer ins beschauliche Badeörtchen Pavilosta.

Nachdem wir der gestern bereits gefahrenen Hauptstraße einige Kilometer gefolgt waren, bog der Weg nach links in eine ruhigere Straße ab. Wir waren in einem Vorort von Liepaja angekommen und folgten dem neuen Radweg bis ins Hafenviertel.

Nach Überquerung einer Holzhubbrücke ereichten wir die früher geschlossene Stadt Karosta, die nur von russischem Militär und ihren Familien bewohnt war. Karosta war einer der Standorte der russischen Atom-U-Boot Flotte. Eine fünf Kilometer lange halbkreisförmige Mole umschloss den Hafen. Inmitten der herunter gekommenen Häuser sticht die orthodoxe Marienkathedrale des heiligen Nikolai von 1903, mit ihren goldenen Kuppeln als krasser Gegenpol hervor. Am Ortsausgang von Karosta fuhren wir noch an einer riesigen Datschasiedlung vorbei.

Es folgten unsere sieben Kilometer des Grauens. Wir wussten, was kam, waren darauf eingestellt und wurden trotzdem kalt erwischt. Eine Naturstraße übelsten Ausmaßes lag vor uns. Der festgefahrene Naturuntergrund war mit kurz auf einander folgenden Querrillen übersät. Zusätzlich gab es tiefe, weiche Kiesbette in Längsrichtung. Entweder man rutschte im weichen Kies hin und her und kam nicht voran, oder man wurde auf den Querrillen durchgeschüttelt, das einem Hören und Sehen verging. Ich habe über diese Strecke in der Vorbereitung der Tour schon die schlimmsten Geschichten über Stürze und Speichenbrüche gelesen. Wir sind heute heil durchgekommen, hatten dann in Saraiki die Wahl zwischen Pest und Cholera. Entweder mindestens weitere zehn Kilometer einer solchen Naturstraße, oder die längere Distanz über die bereits beschriebene Hauptstraße. Lieber mehr Kilometer fahren, dafür aber schonender für Mensch und Material.

So ereichten wir um 16.30 Uhr Pavilosta. Beim Anblick unserer Unterkunft kam mir die Abwandlung eines alten Liedes in den Sinn: „Wir vermieten unser Oma ihr alt Häuschen …“.

die orthodoxe Marienkathedrale des heiligen Nikolai von 1903

die orthodoxe Marienkathedrale des heiligen Nikolai von 1903

Naturstraße in Lettland

Naturstraße in Lettland

unser Oma ihr klein Häuschen in Pavilosta

unser Oma ihr klein Häuschen in Pavilosta

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Ein total verrückter Abend

Das ist das Salz in der Suppe!

Wir hatten in Nica, im Hotel Nicava, mit etwas Problemen eingecheckt. Unser Name war zwar im Computersystem erfasst, aber irgend etwas passte nicht. Uns egal, hauptsache Zimmer mit Bad und Bett.

Nachdem wir uns frisch gemacht hatten, gingen wir zum Abendessen auf die Terrasse des Restaurants. Noch während wir unsere Soljanka aßen, gab es am Nebentisch Stress mit anreisenden Deutschen. Sie hatten über booking.com gebucht, aber alle Zimmer waren besetzt. Wir hatten, wie sich später herausstellte, telefonisch über die Enkelin des Hotelinhabers gebucht. Trotz der telefonischen Zusage, war das Hotel aber schon ausgebucht. Wir saßen beim Abendessen und wurden ausgeguckt, überzählig ein Zimmer bezogen zu haben.

Die junge Frau, die uns das Zimmer gegeben hatte, hatte wohl nicht die Traute, uns nach einer Lösung des Problems zu fragen. Nun wurde ein zufällig anwesender Kellner, Raitsi, der gut englisch sprach, vorgeschickt, uns zu einem Hotelwechsel zu bewegen. Das neue Zimmer sollte ca. 100 Meter entfernt sein. Als Wiedergutmachung spendierte man uns das Abendessen, alle Getränke, das Frühstück und das neue Zimmer war auch noch billiger.

Gutmenschen wie wir sind, erklärten wir uns einverstanden, baten aber um Hilfe, unsere ganzen Taschen und Beutel in das neue Zimmer zu bringen. Die Fahrräder konnten im Hotel stehen bleiben. Kurze Zeit später setzte sich eine Prozession, bepackt mit Fahrradtaschen und Beuteln, in die neue Unterkunft in Bewegung. Die zwei jungen Männer, Raitsi und Toms, waren sehr nett und freundlich und so tranken wir nach getanem Umzug nicht nur ein Bier miteinander. Dabei führenten wir ein angeregtes Gespräch über Gott und die Welt. Sie spendierten mir dann noch einem „Monkey Brain“ – Shooter, der mich fast außer Gefecht setzte.

Alles in allem ein schöner, verrückter Abend, mit zwei jungen, netten Menschen, die wir kennen lernen durften.

Jetzt liegen wir im Pfauenzimmer und Anne bekommt sich nicht mehr ob der Schönheit des Pfaues ein.

mit Raitis und Toms in Nica

mit Raitis und Toms in Nica

der Pfau im Pfauenzimmer

der Pfau im Pfauenzimmer

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