Dank an den Wind

Mit kräftiger Windunterstützung sind wir heute 78 Kilometer nach Toila an der Ostsee gefahren. Nur so kam eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 18,7 km/h zustande.

Nach unseren begrenzten Ambitionen zur morgendlichen Körperpflege waren wir gespannt auf das eigens für uns zubereitete Frühstück. Pünktlich um 8.00 Uhr wurde die Speisesaaltür geöffnet. Es gab Wurst, Käse, Marmelade, hart gekochte Eier vom Vortag aus dem Kühlschrank, Saft, Weißbrot und Kaffee aus der High – Tech – Maschine. Wir waren zufrieden.

Nach zusammenpacken, aufrödeln und den sonstigen morgendlichen Verrichtungen fuhren wir um 9.15 Uhr, früher schaffen wir es nicht, gutgelaunt los. Beeindruckt erzählten wir uns, wie wir den sternenklaren Himmel und die unzähligen, zum greifen nahen Sterne, auf unseren nächtlichen Ausflügen erlebt hatten. In wohlbehüteten Hotels oder Pensionen hat man solche Erlebnisse nicht.

Unsere heutige Fahrt war wieder von Wäldern und Wind dominiert. Wir fuhren zum Glück in die richtige Richtung, gegen diesen heftigen Wind anzukämpfen wäre eine Qual gewesen. So genossen wir das angeschoben werden.

A propos genießen: In Jöhvi, unserem geplanten Ziel, hatten wir trotz mehrfacher Anrufversuche durch Anne, keine Übernachtungsmöglichkeit finden können. Der persönliche Einsatz der Touri-Info-Mitarbeiterin in Jöhvi brachte auch keinen Erfolg. Wir mussten 15 Kilometer weiter nach Toila. Als wir uns mit einem oder zwei Teilchen für diese Mehrstrecke stärken (belohnen) wollten, büßte auch Anne ihren zweiten Fahrradständer ein.

Somit ist morgen in Narva, unserer letzten Station in Estland, wieder ein Werkstattbesuch angesagt.

Noch vier Tage und wir werden St. Petersburg erreichen. Ein zweitägiges Besichtigungsprogramm und die Fähre nach Helsinki sind bereits gebucht.

Fotos konnten wir auf Grund der „Schnelligkeit“ keine machen.

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Ein guter Fahrradtag

Unsere heutige Fahrt über 78 Kilometer nach Kauksi starteten wir um kurz nach neun Uhr bei bedecktem nebeligen Herbstwetter. Selbst die Temperatur stimmte uns mit 16° C herbstlich ein. Die Nebelschwaden zogen vom Peipus-See landeinwärts.

Kaum dass die Sonne etwas höher stand, war der Nebel verschwunden, wurde es ein herrlicher Tag bei bis zu 25° C und etwas Wind aus unterschiedlichen Richtungen. Wir kamen sehr gut voran, denn es war kaum Verkehr und auf dem Asphalt rollte es sehr gut. Ein herrlicher Tag zum Fahrradfahren.

Landschaftlich war es das Einerlei der letzten Woche. Wälder, Wiese und abgeerntete Felder bestimmten das Bild. Das waren ein paar Kühe auf der Weide schon eine echte Abwechslung. Die zehn Schafe in einer Koppel waren das Highlight.

Mangels Alternativen in für uns erreichbarer Nähe, testen wir heute einen Campingplatz mit Holzhütten. Die Hütten sind knuffig und zweckmäßig, die Betten akzeptabel, die selbst zu beziehende Bettwäsche nebst Handtuch frisch und sauber und der Sollzustand der sanitären Einrichtungen wird überbewertet ;(( .

Da kaum noch Betrieb auf dem Platz herrscht, werden wir sicher eine ruhige Nacht haben. Obwohl die Kantine auf dem Campingplatz offiziell erst um 9.00 Uhr öffnet, können wir dank Nachfrage von Anne bereits um 8.00 Uhr unser Frühstück bekommen. Etwas erstaunt schaute man, als wir jeder zwei Abendessen verdrückten. Doch bei Nudeln mit Gulasch und etwas Krautsalat für 3,90 € konnten wir nicht widerstehen. Als Fahrradreisende sind wir wohl Exoten unter den Gästen und haben gewisse Narrenfreiheit.

Hängebrücke in Mustvee

wegen Sperrung der Straße mussten wir in Mustvee diese Hängebrücke benutzen

unser heutiges Quatier

unser heutiges Quatier in Kauksi am Peipus-See

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Estland einmal anders

Nach 65 Kilometern hieß unser heutiges Ziel in Kallaste am Peipus-See Annas Bed and Breakfast. Die Fahrt hierhin verlief bis zum Erreichen der 4000 Kilometer Marke locker, leicht und unspektakulär. Wäre da nicht der Zwischenfall mit meiner Kamera und einer dunklen, immer größer und bedrohlicher wirkenden Wolke gewesen. Unser Weg führte uns mitten unter die Wolke und so war es nicht verwunderlich, dass wir nach ca 50 gefahrenen Kilometern kräftig geduscht wurden. In Alatskivi fanden wir ein Cafe, auf dessen Terrasse wir, nass wie wir waren, unter großen Sonnenschirmen einen oder besser zwei Kaffee genießen konnten. Als der Regen aufgehört hatte fuhren wir den letzten Rest nach Kallaste.

Vor unserer Kaffeepause waren wir entlang des Peipus-Sees durch das Gebiet der Altgläubigen gefahren. In einer Regenpause saßen alte Frauen vor den Häusern, in Orten, in denen die Zeit wohl stehen geblieben war, und flochten Zwiebelzöpfe, die sie zum Verkauf anboten. Wer sollte die bloß alle kaufen, da vor fast jedem Haus Zwiebeln zum Verkauf angeboten wurden?

Von Annas B&B waren wir im ersten Moment total erschrocken. Auf den zweiten Blick stellte es sich als zwar sehr einfach, dafür aber als sehr sauber und zweckmäßig heraus. Wir bekamen sogar noch Soljanka und gefüllte Pfannkuchen als Abendessen.

Kaffeepause im Regen

Kaffeepause im Regen

Wolken über dem Peipus-See

Wolkenformation über dem Peipus-See

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4000 Kilometer

Um 11.30 Uhr haben wir heute in der Nähe von Koosa den viertausendsten Kilometer erreicht- Bei der Fotodokumentation dieses Ereignisses hat sich leider meine Kamera selbstständig gemacht und ist aus Lenkradhöhe auf die Erde gefallen, genau auf das Objektiv. Somit ist das unten gezeigte das letzte Bild von dieser Kamera. Zum Glück haben wir noch Annes Kamera dabei und müssen ab jetzt damit auskommen.

4000 Kilometer

4000 Kilometer

4000 km

4000 km gesamt

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Ruhetag in Tartu

Den Ruhetag haben wir mit dem Besuch der Touristeninformation begonnen. Hier haben wir unter anderem einen kostenfreien in deutscher Sprache bebilderten Führer für einen Stadtrundgang erhalten. Der Rundgang führte uns an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Altstadt vorbei und diese waren in dem Führer gut beschrieben und erklärt.

Nach einem Imbiss auf dem Rathausplatz, gingen wir zurück ins Hotel. Anne wollte sich um die weitere Etappenplanung kümmern und ich mich um die Pflege unserer Räder. Ich hatte am Vortag schon wieder einen neuen Ständer für mein Rad kaufen müssen, da der Ständer aus Riga schon abgebrochen war. Bei Annes Rad musste ich auf die Suche nach einem unangenehmen Knacken gehen, das uns den ganzen Vortag gestört hatte, aber nicht zu orten war. Ich fand den Fehler in einer gebrochenen Sattelstrebe, und dass bei einem Brooks-Sattel mit weniger als 5000 Kilometer. So konnte Anne unmöglich die Tour weiter fahren. Also fuhren wir gemeinsam zum Fahrradladen in Tartu und kauften einen neuen Sattel, der sogar kostenlos montiert wurde. Der Verkäufer schüttelte nur den Kopf, als er die gebrochenen Sattelstrebe sah.

Da wir den Vorabend im Pulverturm, einem rustikalen Bierkeller, verbracht hatten, versuchten wir im Vassilissa die russische Küche. Beides ist zu empfehlen. Das in unserem Roadbook beschriebene Kalinka gibt es nicht mehr.

Allen Tartu-Besuchern ist von dem von uns gewählten Park-Hotel abzuraten. Trotz seiner ruhigen und guten Lage war es mit das schlechteste Hotel bisher.

das küssende Paar

der Brunnen “Das küssende Paar” vor dem Tartuer Rathaus

die Teufelsbrücke in Tartu

die Teufelsbrücke von 1613

gebrochener Ständer und Sattelstrebe

gebrochener Ständer und Sattelstrebe

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staubfrei gefahren

Staubfrei sind wir heute 71 Kilometer nach Tartu gefahren. Ein gleichmäßig fallender Landregen begleitete uns während 55 Kilometer unserer Fahrt. Wir wollen uns nicht beschweren, denn nach 67 Tagen Fahrt und nur vier kurzen Regenschauern musste es uns ja einmal erwischen. Die Temperatur ist auf 16° bis 18° C gefallen. Das macht das Radfahren zwar leichter, aber es darf auch wieder wärmer werden.

Die Tour an sich war recht langweilig, da es immer nur an der Hauptstraße entlang ging. Der graue Himmel und die Regentropfen auf der Brille, machten ein betrachten der Landschaft nicht sonderlich erstrebenswert. Außerdem galt erhöhte Achtsamkeit der zwar recht guten aber nassen Straße.

Unser Regenoutfit hat sich bewährt. Für kurze Regenschauern benutzen wir ja leicht überzuwerfende Ponchos, die aber den Nachteil haben nicht atmungsaktiv zu sein. Hierin wird man von innen auch schnell nass. Für Regenfahrten wie heute, benutzen wir wasserdichte und atmungsaktive Regenjacke und –hose. Von großem Vorteil haben sich heute die Regengamaschen für die Schuhe erwiesen. Endlich keine kalten und nassen Füße mehr.

Morgen machen wir den letzten Ruhetag vor St. Petersburg. Tartu bietet sich als Universitätsstadt mit kulturellem Angebot dafür besonderst an.

Annes Regenoutfit

Annes Regenoutfit noch ohne Gamaschen

Hans im Regenoutfit

Hans im Regenoutfit, auch noch ohne Gamaschen

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Ich glaub, ich spinne

DonkeykleinDa schreibt doch so ein Kujau für Arme unter meinem Namen einen Kommentar und beleidigt uns drei auf das Schlimmste. Ich frage mich, welcher unserer angeblichen Freunde oder Freundinnen hat die Dreistigkeit, unter meinem Namen ein Emailkonto zu eröffnen und dann solche Pamphlete als meinen Kommentar unter „Überraschung“ abzugeben? Wenn ich den erwische, ich beiße ihm / ihr in die Ohren und ziehe sie länger, als meine sind!

Wisst ihr eigentlich welchen Strapazen ich ausgesetzt bin? Das könnt ihr nicht einmal erahnen! Nicht umsonst habe ich mich so lange nicht mehr gemeldet. Außerdem, was soll ich hier? Seit Mitte Juli habe ich keinen Artgenossen mehr gesehen, geschweige denn gesprochen. Immer nur in meiner heißen Box, draußen hätte ich nur Sonnenbrand bekommen.

Damit der Schreiberling weiß, wie man auch auf langen Reisen gepflegt aussehen kann, Nachhilfe gibt es bei den Fotos. Ich grüße herzlich aus dem schönen Hotel Räpina im noch schöneren Ort Räpina in Estland.

hier bin ich

hier bin ich

große Wäsche im Hotel

so geht große Wäsche im Hotel

 

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Vom Westwind gen Osten getrieben

Uuppss, da hatten wir uns doch etwas in der Topographie unserer heutigen 95 Kilometer nach Repina vertan. Die Kilometerzahl war bekannt und gewollt, aber nicht die 726 Höhenmeter.

Starteten bei einer Höhe von 124 Metern, so mussten wir erst einmal auf 273 Meter steigen. Wir waren der Meinung, vom höchsten Punkt mit nur noch wenigen Steigungen auf 24 Meter hinunter zu fahren. Weit gefehlt! Ging es schon wellenförmig den Berg hinauf, übrigens der höchste Berg Estlands mitten im Wintersportgebiet, so ging es den ganzen Tag auf und ab. Sicher waren manche Abfahrten mit bis zu 12% Gefälle traumhaft und ich erreichte eine Höchstgeschwindigkeit, ohne mitzutreten, von über 53 km/h, doch oh Schreck, kaum unten, ging es die 12% auch wieder hinauf. Und das nicht nur einmal.

Hinter Haanja, dem höchsten Punkt der Route, öffnete sich die Landschaft und wir hatten einen traumhaften Panoramablick kilometerweit über Wiesen und Wälder. Dazu Wolkenformationen, wie wir sie zuvor noch nicht gesehen hatten. Ein wunderbares Bild. Überhaupt gefällt uns Estland landschaftlich, Straßentechnisch (außer in Baustellen) und vom bisher entspannten Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer sehr gut.

Ab 15.00 Uhr hing uns eine Gewitterfront im Nacken. Der Westwind, der uns kräftig gen Osten schob, schob leider auch eine immer dunkler werdende Regenfront auf uns zu. Von weitem konnten wir die Regenfahnen an verschiedenen Stellen sehen. Egal wie schnell wir strampelten, die fallenden Regentropfen erreichten uns. Als es zu viele wurden, rödelten wir uns mit Gamaschen und Regenponcho auf, da wir heftigsten Niederschlag erwarteten. Regenhose und – jacke waren uns zu warm. Auch so waren wir stärker innen als außen nass. 16 km vor unserem Ziel bog unser Weg 90 Grad nach links ab, doch die Wolkenfront behielt ihren Weg. Zwei Kilometer später konnten wir uns des Regenzeugs entledigen, ohne ernsthaft von außen nass geworden zu sein. Ohne Regenzeug wären wir auch nicht feuchter geworden, als mit Regenzeug.

Kurz vor unserem Hotel hätte Anne fast die Kontrolle über ihr Fahrrad verloren. Ohne für uns ersichtlichen Grund randalierte auf einmal Donkey Donk in seiner Box. Er, der die letzten Wochen bockig, ja fast apathisch in seiner Box gelegen hatte, schimpfte und tobte was das Zeug hielt. Irgend etwas hatte ihn aus der Fassung gebracht.

Panoramablick

Panoramablick kurz hinter Haanjo

Wolkenspiel

Wolkenspiel

der Regen kann kommen

Anne aufgerödelt für den Regenguss

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Überraschung

Heute morgen hat mein Mann mich sehr überrascht. Unser Frühstückstisch war fürstlich eingedeckt und mit Rosen und Kerzen geschmückt und ein wunderbarer Geburtstgskuchen zierte das Ganze. Ich wr sprachlos und sehr gerührt!

Ein herzliches DANKE an Hans ! Gleichzeitig möchte ich an dieser Stelle sein großes Engagement und seine Fürsorge auf und während dieser Tour würdigen.

Allen Gratulantinnen und Gratulanten hier ein Dank für die vielen lieben Grüße und Wünsche. Euch allen als Dankeschön ein Bild meiner Geburtstgstorte.

Liebe Grüße von Anne

Geburtstagskuchen

Annes Geburtstagstorte 2014

 

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Geburtstag

Nach einem Geburtstagsfrühstück mit Kerzen, Rosen und Apfel- Pflaumenkuchen – Anne wusste nichts davon – fahren wir anstrengende 82 Kilometer nach Rouge, im Wintersportgebiet von Estland.

Am Vorabend hatte ich, ohne dass Anne es bemerkte, die Frühstücksüberraschung mit dem Hotel abgesprochen. Es war klasse und Anne total überrascht.

Nach Verlassen des Hotels mussten wir wie jeden Morgen erst einmal Wasser und Proviant einkaufen. Vor dem örtlichen Supermarkt sah ich einen Radfahrer mit Gepäck deutschen Ursprungs. Also sprach ich ihn auf Deutsch an. Wie sich herausstellte, war Horst E. aus Köln Nippes. So klein ist die Welt, dass man sich auf Fahrradtour in Estland trifft. Wie auch wir, ist er auf dem Weg nach St. Petersburg, wenn auch auf anderer Route. Nach einer halbstündigen Unterhaltung wünschten wir uns gegenseitig gute Fahrt und unsere Wege trennten sich.

Unsere Fahrt ging lange Zeit entlang der heute offenen lettischen – estnischen Grenze. Nach 45 Kilometern zweigte unser Weg bei Meniste ab und wurde zur Horrorstrecke. Auf acht Kilometern, bis nach Vastse – Roosa war die Asphaltdecke abgetragen und es wurde ein neuer Sanduntergrund aufgebracht. Der Verkehr wurde einspurig weitergeführt. Es waren zwar nur rund 30 Fahrzeuge, zumeist LKW, die uns insgesamt auf der Strecke passierten, aber wir mussten jedes Mal ins unbefestigte Abseits. Wir empfehlen bis Fertigstellung der Straße diesen Bereich zu umfahren, zumal es von Vastse – Roosa gleich auf der Naturstraße in die 9% und 10%ige Steigung geht.

Landschftlich sehr schön aber Einsam, merkt man doch Unterschiede zu Lettland. Der überwiegende Teil der Häuser und Gärten hier sieht ansprechend aus.

Den Abend genossen wir mit einem guten Essen, geistigen Getränken und einem farbenprächtigen Sonnenuntergang.

Annes Geburtstagsüberraschung

Anne mit ihrer Geburtstagsüberraschung

Straßenneubau

acht Kilometer auf dieser Straße machen keine Freude

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