Auf nach Essen

Mit 87 Kilometern Anlauf haben wir heute Essen erobert. Dafür, dass es unsere letzte Station auf einer langen Reise ist, hätten wir schon mehr Begeisterung und Enthusiasmus erwartet. Aber nix da, mit unseren breiten Packtaschen sind wir auch hier Störenfriede im Stadtverkehr.

Überhaupt habe ich das System der Radwege hier in Essen nicht verstanden. Breite Straßen werden als Fahrradstraßen mit großen Schildern und Piktogrammen auf der Straße ausgewiesen, mit den Zusatzschildern, „Für PKW und Motorräder frei“! Also, alles wie gehabt, Fahrräder stören.

Dabei war die heutige Tour bei strahlendem Sonnenschein sehr abwechslungsreich. Sogar die sanften Hügel erfreuten uns durch ihre Anwesenheit, hatten wir sie doch gestern gar nicht vermisst.

Auch der Fahrbahnbelag war heute sehr abwechslungsreich. Asphalt wechselte sich mit Schlaglochstrecken ab, unterbrochen von verschiedenartigsten Naturwegen. Besonders interessant wurde es, wenn in abschüssigen Waldpassagen der glatte, geschwindigkeitsfreudige Asphalt schlagartig durch Sandpassagen ersetzt wurde. Evel Knievel hätte an unseren akrobatischen Einlagen, um Stürze zu vermeiden, seine helle Freude gehabt.

Auf unserer ganzen Tour wurden wir noch nie so häufig auf unsere Ausstattung angesprochen wie heute. Ob Einzelpersonen oder Gruppen, überall sorgten wir für ungläubiges Staunen und Gesprächsstoff für Tage.

Mit Freude und Wonne schauen wir auf unsere morgige Abschlussetappe. Bis auf Düsseldorf werden wir jeden Meter aufsaugen und genießen. Wir freuen uns auf unser Zuhause.

3 Kommentare - Kommentare abgeben & lesen

Spätsommertag

An einem wunderschönen Spätsommertag sind wir heute bei strahlendem Sonnenschein 72 Kilometer nach Legden gefahren.

Die durchfahrene Region ist das reinste Radlerparadies! Gut ausgebaute Wege fernab von größerem Verkehr. Auf den Nebenstrecken begegneten uns weniger als fünf Autos in der Stunde. Das Höhenprofil ist angenehm „platt“ und die vielen Wegweiser erschweren das Verfahren.

Lediglich einzelne Gehöfte stören mit ihren würzigen Duftaromen nach Schwein oder Rind. Schimpfen nützt nichts, denn abends soll ja der Teller schmackhaft gefüllt sein. Von nix kommt nix.

Aber auch uns steigt so langsam der eigene Stallgeruch in die Nase. Noch zwei Etappen bzw. eine weitere Hotelübernachtung und wir haben das eigene Nest mit dem vertrauten eigenen Bett wieder.

Ein besonderes „Danke schön“ an Heike und Theo, Katharina und Gerd, Hildegard und Horst, Heike und Jörg und nicht zuletzt an Anke und Christoph für das gewährte Asyl, die gute Verpflegung und die angenehmen Stunden mit euch.

„Oh, wie schön ist Panama!“ (Jonosch)

4 Kommentare - Kommentare abgeben & lesen

Nächster Verwandtenbesuch

Nach einer kurzen Nacht sind wir heute 80 Kilometer nach Nordhorn gefahren. Nicht, ohne uns vorher von Katharina und Gerd mit einem üppigen und ausgiebigem Frühstück verwöhnen zu lassen.

Auch wenn wir heute fast eine Stunde später als üblich in die Pedalen traten, waren wir bereits um 16.15 Uhr in Nordhorn bei Annes Bruder Christoph und seiner Frau Anke. Absprachegemäß waren beide noch unterwegs, doch der Haustürschlüssel war für uns hinterlegt und in der Küche wartete eine Überraschung auf uns.

Auch heute hatte der starke Morgennebel sich schnell verzogen und die Sonne lachte wieder vom blauen Himmel. So konnten wir den Kaffee und Kuchen in aller Ruhe in der warmen Nachmittagssonne auf der Terrasse genießen.

Die schnelle Fahrt heute ist dem flachen Streckenprofil und den fast durchgängig guten Radwegen hier in der Region geschuldet. Da fielen die etwas schweren Beine heute Morgen kaum ins Gewicht.

Die nächsten zwei Tage werden wir bei Anke und Christoph in Nordhorn verbringen, wo wir uns auch hoffentlich noch mit anderen lieben Menschen treffen werden.

Überraschung in Ankes Küche

Überraschung in Ankes Küche

Relaxen auf Christophs Terrasse

Relaxen auf Christophs Terrasse

1 Kommentar - Kommentar abgeben & lesen

Kusinentreffen in Vrees

Am gestrigen Freitag, den 12.09., sind wir bei starken Nebel in Bremen losgefahren, um 89,98 Kilometer später bei Annes Kusine Katharina und ihrem Mann Gerd in Vrees Station zu machen. Trotz der vielen Kilometer waren wir bereits um 16.50 Uhr am Ziel.

Nach einem herzlichen Empfang und einer schnellen Dusche, blieb gerade noch Zeit, den Track und die Etappentabelle hoch zu laden, denn Kaffee und Kuchen standen bereits auf dem Tisch. Katharina und Gerd warteten auch ganz gespannt auf unsere ersten Berichte.

Mehr oder weniger nahtlos ging der Nachmittag in das von Katharina lecker zubereitete Abendessen über. Ehe wir uns versahen, war auch Mitternacht überschritten und es war keine Zeit mehr, einen Tagesbericht zu schreiben. Die müden Knochen wollten doch ein wenig Ruhe haben.

Während der Fahrt von Bremen nach Vrees klarte das Wetter immer weiter auf, bis die Sonne uns vom blauen Himmel ihre Strahlen schickte. Je ländlicher es wurde, desto schöner und prachtvoller waren die Gehöfte. Zum Glück gibt es noch kein Geruchsfernsehen oder –internet, sonst hätte ich hier den würzigen, ammoniakhaltigen Landduft der vielen Schweinefarmen an unserem Weg, mit eingestellt.

Mitten in Delmenhorst vollendeten wir den 5000 Kilometer. Leder habe ich versäumt, vom Tacho ein Foto zu machen.

Verabschiedung bei Katharina und Gerd in Vrees

Verabschiedung bei Katharina und Gerd in Vrees

 

Keine Kommentare - Kommentar abgeben

Wir kommen der Heimat näher

Bereits um 15.30 Uhr erreichten wir nach 72 Kilometern unser Tagesziel Bremen. Nachdem wir unser Zimmer bezogen und uns frisch gemacht hatten, erkundeten wir die Bremer Altstadt.

Natürlich zog es mich zu den original Bremer Stadtmusikanten neben dem Rathaus. Nachdem wir ihren Verwandten in Riga bereits einen Besuch abgestattet hatten, mussten wir uns nun auch die Originale anschauen. Anne hat dann auch dem Eselchen kräftig die Beine gerubbelt, geschubbelt oder einfach gestreichelt. (Dann soll ja ein Wunsch in Erfüllung gehen.)

Beim Besuch der Böttcher-Straße entdeckten wir die Bremer Ausgabe der StäV. Nach über drei Monaten das erste Kölsch. Das konnte ich mir nicht entgehen lassen.

Zu Annes Leidwesen blieb es nicht bei einem oder zwei. Mit einem Kölsch in der Hand und Anne im Arm genossen wir dann noch das Glockenspiel der aus Meissner Porzellan gefertigten Glocken.

Nach einem deftigen Abendessen im Becks-Haus, erfreuten wir uns des Anblicks des St. Petri-Doms in der Abendsonne vor einem wolkenlosen blauen Himmel. Das Wetter scheint wieder besser zu werden, es hat auch heute nicht geregnet.

Mit Vorfreude schauen wir auf die morgige Etappe, die uns nach Vrees zu Annes Kusine Katharina und ihrem Mann Gerd führen wird.

Anne und die Bremer Stadtmusikanten

Anne versucht ihr Glück bei den Bremer Stadtmusikanten

das Glockenspiel in der Bötcherstraße

das Glockenspiel in der Böttcher-Straße

3 Kommentare - Kommentare abgeben & lesen

Geschenk in der Heide

Auch wenn wir heute Morgen etwas schwere Beine nach der gestrigen Tour hatten, wahrscheinlich bedingt durch die einwöchige Pause, lag unser heutiges Ziel im 82 Kilometer entfernten Tewel.

Der Morgen begrüßte uns mit tief hängenden Wolken, die die Feuchtigkeit kaum halten konnten. Immer wieder fielen vereinzelte Tropfen und wir standen vor der Entscheidung, Regenhose an oder aus. Ein paar Mal zogen wir die Hose an und waren danach innen nasser als außen. Die abwechslungsreiche und hügelige Landschaft entlohnte uns für die Mühen des Hosenwechsels.

Als sehenswert und sicher einem wiederholten Besuch wert, empfanden wir die Stadt Lüneburg. Die alten Häuser und Fassaden luden zum Verweilen ein und so gönnten wir uns vor der alten Industrie- und Handelskammer eine Kaffeepause.

Weiter ging es bergauf in das Naturschutzgebiet Lüneburger Heide. Die bereitstehenden Pferdekutschen konnten wir Dank unserer Fahrräder links liegen lassen.

Hatte das Wetter unseren Weg bisher staubfrei gehalten, so riss die Wolkendecke genau für ca. eine Stunde auf und das Sönnchen ließ die blühende Heide leuchten, als wir den höchsten Punkt unseres Weges in der Heide erreicht hatten. Wir empfanden dies als großes Geschenk!

Die Wege durch die Heide sind durchgängig mit Kopfsteinpflaster ausgelegt. Abseits davon gibt es zum Glück feste Trampelpfade für Fußgänger und Radler. Leider waren heute viele hörgeschädigte, egoistische Fußgänger in der Heide unterwegs.

Sonnenschein in der Heide

Sonnenschein in  der Heide

Lüneburger Heide

59 Minuten Sonne in der Heide

2 Kommentare - Kommentare abgeben & lesen

Die Fahrt geht weiter

Die verlängerte Ruhepause bei Annes Bruder Theo und seiner Frau Heike ist beendet und so ging es heute auf die 77 Kilometer – Tour nach Neetze. Das schöne Wetter hatten wir faul im Garten genossen und so mussten wir es heute mit bedecktem Himmel und zeitweise heftigem Gegenwind vorlieb nehmen.

Auf dem 42 Kilometer langen Teilstück entlang der Elbe kamen uns pro Stunde mehr Radreisende entgegen, als wir auf der gesamten Tour nach St. Petersburg gesehen haben. Der Elberadweg ist sehr beliebt für Radtouren. Eigentlich eine unaufgeregte Fahrt mit gelegentlichen Ausblicken in eine wunderbare Elbauenlandschaft.

<<<<<<für Abwechslung sorgte ein Berliner Radlerpaar, während wir eine Pause machten. Sie war mir schon von weitem aufgefallen, weil sie ihr Rad schob. Nachdem ihr Mann zuerst an uns vorbeigefahren war und ein angrenzendes Gehöft ansteuerte, sprach er uns bei seiner Rückkehr an. Seine Frau hatte sich einen Plattfuss am Vorderrad eingefangen und sie hatten keinen Ersatzschlauch dabei. Er fragte uns, ob wir einen solchen im Gepäck hätten und wir ihnen diesen ggf. geben könnten. Da ich seit über 4800 Kilometern zwei Ersatzschläuche spazieren fahre, gab ich ihnen bereitwillig einen Schlauch ab und half bei der Montage.

Überglücklich bedankten sich die beiden mit einem üppigen Trinkgeld, das wir gleich in Bleckede nach der Fährfahrt über die Elbe in Radler umsetzten.

In Neetze haben wir ein schönes Hotel erwischt und uns das Abendessen schmecken lassen.

Selbstbedienungsverkaufsstand am Elberadweg

Selbstbedienungsverkaufsstand am Elberadweg

1 Kommentar - Kommentar abgeben & lesen