Die erste Woche ist geschafft

Nach 460 km innerhalb einer Woche, sind wir heute in Veurne, nur 6 km vor der Küste, angekommen. Was wir Zuhause nicht erwartet hatten, haben wir dann doch geschafft. Obwohl es heute Morgen beim Frühstück noch kräftig regnete, wurden die Wolken im Tagesverlauf durch starken Wind in Bewegung gehalten und konnten damit nicht abregnen.

Überhaupt Frühstück: als royales Frühstück angekündigt wurde uns im Hotel ein Frühstück aufgetragen, dass wir in dieser Form noch nie serviert bekamen. Für jeden Gast war der Platz eingedeckt mit rotem Grapefruitsaft, Mangosaft mit Heidelbeeren am Spieß dekoriert, Quarkcreme mit Mangopüree, frischem Obstsalat mit Granatapfelkernen, div. Selbstgemachten Konfitüren, je einer Käse-, Schinken-, Salamiplatte, Ingwerchutney, Honig mit ganzen Nüssen, Müsli, Cornflakes, kandierte Früchte, Croissants, weiß- und Kornbrötchen, Nussbrot, je ein frisch gebackenes Spiegelei und eine frisch zubereitete Brüsseler Waffel. Ei und Waffel wurden unaufgefordert am Platz serviert. Alles in allem ein liebevoll präsentiertes und serviertes royales Frühstück, das wir in einem Zweisterne-Haus so niemals erwartet hätten.

Die heute durchfahrene Landschaft war landwirtschaftlich geprägt. Kuhweiden, stinkende Schweineställe und riesige Gemüsefelder wechselten sich schnell ab.

Die Temperatur schwankte, je nach dem wie lange die ^Sonne durch die Wolken lugte, zwischen 20° C und 26° C.

P.S. Ist eigentlich Fussball-WM? Ich habe noch nicht ein einziges Ergebnis mitbekommen.

 

Anne vor Mühlsteinen

Anne vor Mühlsteinen einer Öl- und Kornwindmühle

weites Land

weites Land

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Murphy´s Gesetz vs Zucker für den Schweinehund

Beim Frühstück heute Morgen besprachen wir die heutige Tour und meinten, schlimmer als am Vortag könne es nicht werden. Wir wollten das Etappenziel etwas kürzer wählen und so würden wir es schon schaffen.

Murphy´s Gesetz besagt: „Alles was schiefgehen kann wird auch schief gehen.“

Kaum waren wir bei sonnigen Wetter und 23° C losgefahren, kam eine Steigung, die selbst mit schieben kaum zu meistern war. Mit ächzen und krächzen schafften wie es und kamen kurze Zeit später in ein Waldgebiet, dessen Naturwege durch den Regen der letzten Tage noch so aufgeweicht waren, dass wir nur äußerst mühsam voran kamen. Zusätzlich ging es stetig Bergauf. Nach zwei Stunden Fahrzeit und erst 12 km Strecke, hatten wir so gar keine Lust mehr. In diesem Moment entdeckten wir mitten im Wald ein Ausflugslokal, dessen Werbung wir schon häufiger gesehen hatten. Natürlich hatte es geschlossen. Jetzt ging gar nichts mehr. Die Beine schmerzten und die Moral war im Eimer. Zum Glück kam nun eine Abfahrt. Am Ende der Abfahrt war der Wald zu Ende und ein Lokal mit Außenterrasse war geöffnet. Hier machten wir nun erst einmal Pause, vertilgten eine große Portion Spaghetti und beschlossen die Tour noch weiter zu verkürzen und in Kortrijk ein Hotel zu beziehen. Der innere Schweinehund bekam seinen Zucker. Wir würden nicht mehr unser angestrebtes Tagesziel ansteuern.

Kaum setzten wir die Fahrt fort, wurde die weitere Strecke, die dann zuerst an dem Fluss Schelde und später an einem Kanal vorbeiführte, flach und sehr gemütlich. Wir hatten sogar wieder ein Auge für Landschaft und Natur. So freuten wir uns auch an den Schildkröten, die auf einem Stamm im Kanal, ein Sonnenbad nahmen. In Kortrijk wurden wir dann auch noch von einem älteren Herren bis zur Touristeninformation, die wir nicht finden konnten, zu Fuß begleitet. Bereits um 16.00 Uhr haben wir die heutige Tour beendet.

Es ist also kein Fehler, heute dem inneren Schweinehund einmal Zucker zu geben.

 

Schildkröten beim Sonnenbaden

Schildkröten beim Sonnenbaden

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Wir haben fertig

Der heutige Tag hätte so schön sein können. Ideales Radfahrwetter, schöne Landschaft, angenehme Temperaturen von 25° C bis 29° C , ausgeschlafen und was weiß ich noch alles positive. Doch dann kam die Hölle von Vlandern. Ich hätte es wissen müssen. Warum gibt es so viele Radklassiker in Vlandern und Nordfrankreich?

Wir hatten nach 20 km kaum noch einen Blick für die Landschaft. Dieses ewige auf und ab, mal heftig und steil, mal sanft und lange plus diese Kopfsteinpflasterstrecken zermürben Geist und Muskeln. Kaum hat man eine Anhöhe geschafft, wartet schon die nächste, dafür um so heftigere auf die Bewältigung. Die Abfahrten waren um so schöner, wenn nicht immer wieder unerwartet diese Kopfsteinpflasterpassagen eingestreut worden wären. Man konnte sich nie darauf verlassen und musste immer bremsbereit sein. Mit letzter Kraft erreichten wir eine B&B Übernachtung. Ich lasse jetzt nur noch Bilder sprechen.

20 km westlich von Brüssel

Weites Land und viele Hügel

Höchstgeschwindigkeit 12_06

 

Meine heutige Höchstgeschwindigkeit. Runter macht Spaß.

 

Streckenprofil

Unser heutiges Streckenprofil

 

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Gute Vorbereitung zahlt sich aus

Einen herzlichen Dank an das Team des Weidener Fahrradhauses. In den Steigungen südlich von Brüssel versagte die Schaltung der vorderen Kettenblätter an meinem Fahrrad. Durch die gute Vorbereitung und der Einweisung von Klaus Schwarz und Jan Franken wusste ich, was zu tun war: der Schaden war schnell behoben.

Doch der Reihe nach.

Glockenschlag 10.00h öffneten die Tore des Touristenbüros in Leuven. Wir wollten gerne Informationen zu den ca. 350 km langen „Vlandern Fietspad LF6“ haben, den wir bis Anfang/Ende kurz vor der Belgischen Nordseeküste fahren wollen. Leider war dieser Weg den Damen gänzlich unbekannt. Macht nix, schaffen wir auch alleine! Die uns bekannte Strecke führte in einem stetigen auf und ab – mal steiler, mal sanfter – durch Felder, Wiesen und Wälder. Wir hätten die rasanten Abfahrten etwas mehr genossen, wenn die Unwetter der letzten Tage nicht so viel Schlamm auf die sonst guten Radwege, Marterstrecken ausgenommen, gespült hätten. Einmal bin ich bei Tempo 45 mit Müh und Not dem Abflug ins Feld entronnen. Anne hat sich über die Akrobatik auf dem Rad sehr amüsiert und rauschte fast hinterher.

Die Temperaturen heute schwankten zwischen 25° und 30° C. Auch der Regen und die Gewitter machten heute einmal Pause. So darf es, Defekte ausgenommen, weitergehen.

LAndschaft hinter Leuven

 

Landschaft zwischen Leuven und Brüssel. Leider kommen die “sanften” Hügel auf diesem Bild nicht so heraus.

Schaltungsdefekt schnell behoben

Der Schaltungsdefekt ist schnell behoben.

 

 

 

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Alles an einem Tag

Heute war ein sehr abwechslungsreicher Tag. Die Route ging von Hasselt nach Leuven. Wieder einmal hatte ich schöne Radwege, meist weit entfernt von stark befahrenen Straßen ausgewählt. Die Temperatur beim Start um 9.20 Uhr betrug angenehme 25° C. Die Route führte uns durch die Obstgärten Limburgs. Obstplantagen mit Kirschen, Schattenmorellen, Birnen und Äpfeln säumten den Weg. Beeindruckt war ich von den Spalierbirnen, mit denen ganze Felder umsäumt waren.

Nach und nach steigerte sich die Temperatur auf lockere 33,5°C. Unser Bitten war bis Mittags nicht erhört worden.

Von einer Straßenseite zur anderen veränderte sich die Landschaft. Die Obstplantagen wurden abgelöst von satten Weiden, Grasland und vereinzelten Maisfeldern. Inmitten dieser Weiden und Felder standen vereinzelte Baumreihen und Gruppen. Teils standen die Felder noch von den Unwettern der vergangenen Nacht noch voll Wasser. Auch die Bäche führten einen hohen Wasserstand.

Bei einer Trinkpause in Tienen konnten wir das rasche heranziehen einer Schlechtwetterfront beobachten. Zügig machten wir uns auf den Weg, da wir hofften den Gewittern durch unser entgegenfahren zu entgehen. Aber die 30% Regenwahrscheinlichkeit des heutigen Wetterberichtes haben wir zu 100% erwischt. Den Gewittern konnten wir zwar durch entgegenfahren entgehen, doch den nachfolgenden Schauern eben nicht. Nachdem wir uns zweimal untergestellt hatten, trotzten wir der nächsten Schauer durch weiterfahren. Da das Thermometer aber bis auf 21,5° C fiel und uns kalt wurde, entschieden wir uns doch für die Ponchos. Innen schweißnass, außen regennass und ein lustig Liedchen auf den Lippen. Wir gaben schon ein tolles Bild ab.

So schnell der Regen kam, verzog er sich auch wieder und wir konnten uns der Ponchos entledigen. Das Thermometer kletterte wieder auf angenehme 25° C.

Die Einfahrt nach Leuven gestaltete sich ca. 6 km vor den Stadttoren zur Marterstrecke für Mensch und Material. Von Regen angespülter Lehm überzog zentimeterdick brutalstes Kopfsteinpflaster. Trotz aller Widrigkeiten erreichten wir gegen 17.15h unser Hotel in Leuven.

 

Gewitterfront über Tienen

Heranziehende Gewitterfront über Tienen

Anne im Regenponcho

Anne im Regenponcho

Marterstrecke

Marterstrecke für Mensch und Material

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Heiß! Heiß! Heiß!

Man soll ja den Tag nicht vor dem Abend loben.

 

Wir wollen uns auch nicht über das Wetter beschweren, aber 35,1° C im Schatten sind einfach zu viel und kosten nur Kraft.Anne musste zeitweise leiden.

 

Die Route führte zumeist abseits verkehrsreicher Straßen auf gut ausgebauten Radwegen. Den Machern der OSM-Karten, die ich mit von einem holländischen Anbieter heruntergeladen hatten, ein herzliches Danke schön für diese tolle Arbeit. Wir sind bisher begeistert von der Radwegeinfrastruktur in Holland und Belgien.

 

Nachdem wir im Hotel unser Ankommensradler genossen hatten, zog sich der Himmel zu, und das abendliche Gewitter prasselte nieder. Danach war es deutlich kühler. Diese Temperatur hätten wir gerne füe morgen.

 

die Maas, Grenze zwischen NL und BE

Die Maas, Grenzfluss zwischen Holland und Belgien

 

kurz vor Hasselt

Viel Ruhe und Grün auf unserem Weg hier kurz vor Hasselt. Man beachte den guten Zustand des Radweges. Hier macht Radfahren Spaß!

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Pause in Sittard

Trotz einem heftigen Gewitter in der Nacht haben wir gut gut geschlafen und sind gut erholt um 9.30 Uhr in Geilenkirchen abgefahren. Die Temperatur betrug angenehme 25° C.  Unser Weg fürhte uns durch ein Naturschutzgebiet mit viele Schatten. Jetzt sitzen wir in Sittard am Markt bei 31.4° C.

 

Pause in Sittard

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Vorbereitungen abgeschlossen

Die Vorbereitungen auf unsere Tour sind abgeschlossen. Das Equipment steht bereit und muss nur noch in die Taschen gepackt werden. Nach mehrerem Probepacken sollte auch das kein Problem mehr sein. Petrus schenkt uns für die nächste Woche blauen Himmel, Sonne und nur wenig Wind. Genau das richtige Wetter zum Einstieg.

Wir freuen uns auf den Start und können es kaum noch abwarten.

 

Tourshirts

 

Unsere Shirts zum Tourstart sind auch noch fertig geworden.

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Testfahrt mit vollem Gepäck

Unsere Vorbereitungen gehen auf die Zielgerade. Nachdem ich für fünf Wochen fahrradmäßig aus dem Verkehr gezogen war, haben wir die ersten Vorbereitungstouren erfolgreich absolviert. Meine Wade hält der Belastung schmerzfrei stand.

Um uns an die veränderten Radbedingungen zu gewöhnen, haben wir unsere Packtaschen fertig gepackt und mitgenommen.

Räder zur Testfahrt bepackt

Anne hatte mit ca. 23 kg Gepäck und ich mit ca. 30 kg Gepäck ein neues Fahrgefühl zu entwickeln. Wir waren aber sehr positiv überrascht, wie schnell wir uns mit dem veränderten Fahrgefühl zurecht fanden. Auf gerader Strecke läuft es richtig gut, bergab macht richtig Spaß, aber bergauf …..

Anne auf Testfahrt

Hans auf Testfahrt

 

Die Vorfreude wächst jetzt mit jedem Tag und auch das Wetter wird langsam besser und wärmer.

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Vorbereitung: …mal nicht geradelt…

Bei der Vorbereitung unserer Reise haben wir im Internet etliche Veröffentlichungen zu der von uns geplanten Route gefunden. Es gibt etliche Blogs, in denen Radbegeisterte tagebuchartig ihre Erlebnisse auf dieser Tour beschrieben – es wirkte sich zunehmend animierend auf uns aus!

Den letzten Anstoß, den Europaradweg Nr 1 zu fahren, gaben uns die Veröffentlichungen auf der Seite www.r1-radweginfo.de. Wir erhielten hier einen ersten Einblick und einen umfassenden Überblick über die Strecke. Die Entscheidung war gefallen!

Zu Jahresbeginn wurde auf dieser Seite www.r1-radweginfo.de, die eine wichtige Vorbereitungsgrundlage für unsere Tour ist, ein Radlertreffen für den 14./15.3. in Wittenberg angekündigt. Dieses fünfte Treffen der R 1-Freunde war laut Beschreibung als Informationsquelle und als Austauschforum für Interessierte gedacht – genau das Richtige für uns in unserer Vorbereitungszeit, um unsere Fragen loszuwerden und mit Fachleuten zu diskutieren.

Am 14.03. fuhren wir also nach Wittenberg – und wir haben es nicht bereut!

Wir trafen dort auf die engagierten Radfreunde Wilfried Gärtner, den Initiator der R1 Radlertreffen, Horst Küttler, den R1 Redakteur in Sachsen-Anhalt und nicht zuletzt Detlef Kaden, den Autor und Verleger der Reisebücher “Europaradweg R1” mit seiner Frau.

Beim Stammtisch am ersten Abend war es im kleinen Kreis schon sehr lustig – und vor allem informativ. Es waren einige Radler da, die bereits Teile des R 1 absolviert hatten, andere, die in diesem Jahr ein Teilstück fahren wollten und wir, die vorhaben, den gesamten Weg von Calais bis St. Petersburg “in einem Stück” zu radeln.

Interessante Kontakte zu den anderen Radlern entstanden: zu Hans aus Duisburg, der allein unterwegs ist, zu Matze aus Magdeburg, der sich im Juli von seinem Heimatort aus auf den Weg macht (vielleicht treffen wir uns ja irgendwo) sowie zu Kurt und Reinhard aus Beverungen, die gemeinsam einen Teil des R 1 bis St. Petersburg fahren werden. Kurt berichtete uns von seiner hoch interessanten Tour durch Afrika, die er im vergangenen Jahr unternommen hat. Nachzulesen sind seine Erlebnisse unter www.kurtdafrique.wordpress.com. Empfehlenswert!

Am zweiten Tag wurden uns aktuelle Informationen zu den Strecken und Alternativstrecken in Sachsen-Anhalt, zu den Strecken in Polen und in Russland vermittelt. Ein herzliches Danke an Detlef Kaden, Horst Küttler und nicht zuletzt an Wilfried Gärtner für das Engagement! Wir haben uns gut informiert gefühlt und freuen uns zunehmend auf die Tour!

Beim nächsten Treffen werden wir von unserer Unternehmung berichten

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