Unschöne Entwicklungen

Tag 53 Portomarin – Palas de Rei 25,2 km

Tag 52 Sarria – Portomarin 24,5 km

Freitag, 17. Juli 2015, Tag 53

Sowohl gestern, als auch heute war es schöner Wandertag durch abwechslungsreiche Natur. Der Weg führt zumeist durch verkehrsarme Gegenden, die von bäuerlicher Landwirtschaft und Wäldern geprägt sind. Die exzessive Viehhaltung und die starke Aufbringung der Gülle auf den Feldern ist zwar zeitweise etwas sehr geruchsintensiv, aber wir Kinder vom Lande …

So langsam kommen wir unserem ersten Ziel, Santiago de Compostela, immer näher. Auch ohne Hinweise darauf, ist es merklich spürbar, an den immer größer werdenden Pilgerscharen. Vor allem Familien mit Kindern, mit und ohne Kinderwagen, und Jugendgruppen treten in immer größerer Anzahl den Weg nach Compostela an. Von leise und besinnlich kann schon lange keine Rede mehr sein. In Gesprächen mit anderen, älteren und oftmals wiederholenden Pilgern, meine ich immer öfter Unmut über die Situation herauszuhören. Gersten meinte eine Dame, die den Weg schon häufiger gegangen ist, zu uns, der Weg verkomme zur Hippiekultur. Auch sollen in von ihr besuchten Herbergen immer häufiger weiche Drogen die Runde machen.

Mich nerven lediglich die lärmenden Gruppen, welche nicht immer nur aus Jugendlichen bestehen müssen. Musik über Kopfhörer hören ist ja in Ordnung, aber warum muss es über zusätzliche Lautsprecher sein? Denen entkommt man auch nicht. Durch schnelleres gehen entkommt man ihnen nicht, da sie auch schnell sind, langsam nützt auch nichts, da sie viele Pausen machen und man sie dann wieder einholt. Selbst eine längere Pause zu machen, ist oft der einzige Weg, dem Krach zu entkommen. Hoffentlich hat eine Pilgerin mit ihrer heutigen Aussage Recht, ab morgen hätten wir Ruhe, denn die Jugendgruppen wollten alle am Sonntag in Santiago de Compostela ankommen.

Da wir die letzte lange Etappe gesplittet haben, kommen wir ja erst am Montag in Santiago de Compostella an. Leider kann Anne vorerst nicht mehr dem Weg laufen, da sie sich eine schmerzhafte Sehnenentzündung am Schienbein beim langen Abstieg von O Cebreiro zugezogen hat. Das ist sehr traurig, aber leider nicht zu ändern. So gehe ich den Weg erstmal alleine weiter, in der Hoffnung, dass wir doch noch gemeinsam in Santiago de Compostela einlaufen können. Was dann kommt, kömmen wir heute noch nicht absehen.

herrliche Landschaft  herrliche Landschaft

herrliche Landschaft 2  auch sehr schön

Pilgerströme  Pilgerströme

Wegstein  die noch zu laufenden Kilometer werden alle 5oo Meter auf solchen Wegsteinen angezeigt

Posted in Jakobsweg 2015.

3 Kommentare

  1. Hallo, Ihr beiden Heldenwanderer,
    habe mich seit Eurem Start nicht mehr gemeldet, Euch aber auf Schritt und Tritt( !!)täglich verfolgt. Eigentlich wollte ich den großen Jubel für Euch erst in Santiago anstimmen, doch die neuen Umstände erfordern, dass ich mich jetzt schon melde, um Dir liebe Anne nicht nur meine Bewunderung ob der großartigen Leistung auszudrücken, sondern Dich ein bisschen zu trösten wegen der blöden Sehnenentzündung. Ich wünsche Dir eine rasche Besserung, damit Euer Einzug in Santiago glanzvoll wird und Du die Strecke zum Cap Finisterre (wir waren übrigens in Portugal am C.F., dort gibt es Bratwurst!!) auch noch schaffst. Viele liebe Grüße von Volker und Ursula

  2. Hallo Ihr Lieben,
    es tut uns Leid liebe Anne, dass es nach diesen Superleistungen nun so ein schmerzhaftes “Aus” für Dich gibt. Wir drücken dich und wünschen gute Besserung.
    Ja Hans, jetzt musst du alles geben. Ein gutes Weiterlaufen und noch viele schöne Eindrücke.
    Passt weiterhin auf euch auf.
    Bis zum Wiedersehen alles Gute
    Evelyne und Helmut

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