Tolle Landschaft

Tag 46 Rabanal del Camino – Molinaseca 26,1 km

Freitag, 10. Juli 2015, Tag 46

Als wir um 16.15 Uhr unsere Unterkunft in Molinaseca erreicht hatten, beendeten wir eine der schönsten, aber anspruchsvollsten Etappen unseres bisherigen Weges. Stand in unserem Reiseführer, die Tour sei 24,5 km, reine Gehzeit 7,5 Stunden und Klassifiziert als schwer, so beendeten wir die Tour nach knapp 6 Stunden reiner Gehzeit und waren Stolz wie Bolle. Die Schwierigkeiten waren nicht die 460 Meter Anstieg, sondern die mehr als 1000 Meter Abstieg. Zwar brauchten wir insgesamt etwas mehr als 8 Stunden, die Landschaft war aber auch zu schön und so machten wir mehr und längere Pausen als sonst.

Ging der Weg zunächst stetig bergauf, so entschädigte der Weg, der etwas abseits einer kaum befahrenen Straße verläuft, durch seinen guten Zustand und der Ruhe, in die er führte. Wir näherten uns dem Ende eines bewaldeten Talkessels und mussten den Hügel, der den Rand bildete, übersteigen. Auf der Spitze des Hügels wurde der Blick frei für eine Vielzahl weiterer Hügeln und Berge, deren Ende man nicht absehen konnte. Überall wuchs grünes Buschwerk, Wald oder wenigstens Gras auf grünen Wiesen. Schade, dass die vielen Blüten an den Büschen bereits verblüht waren und nur noch ein dunkles Braun für uns hatten. Es muss fantastisch aussehen, wenn hier alles blüht. Aber auch so waren wir von der Landschaft schwer beeindruckt. Leider sind die uns dargebotenen Bilder mit meiner kleinen Kamera nur schwer zu erfassen.

Am Cruz de Ferro (Eisenkreuz), einem bedeutenden Ort auf dem Pilgerweg, machten wir auf 1500 Meter Höhe unsere erste Pause und genossen die Aussicht. Nach durchschreiten einer Senke und der Ortschaft Manjarin mit seiner noch schrägeren Pilgerherberge, erreichten wir den höchsten Punkt der gesamten Tour am Collado de las Antenas, anscheinend benannt nach den hohen Antennen, die hier stehen. An einer mobilen Bar machten wir eine weitere Pause bei kühlen Erfrischungsgetränken. Von nun an ging es über 1000 Höhenmeter nur noch bergab. Was anfangs noch sehr schön, weil nicht anstrengend, ging schnell zu Lasten der Hüften. So mussten wir in Riego de Ambros, 5 Kilometer vor unserem Ziel, noch eine längere Regenerationspause einlegen. Da wir keinen Hunger verspürten, schenkten wir unserem Körper eine Vielzahl an Elektrolyten in Form von kaltem Radler. Die tollen Ausblicke auf die Berge und das satte Grün halfen uns dann noch über die letzten, steil bergab führenden Kilometer. Hoffentlich dürfen wir noch mehr so schöner Tage erleben.

tolle Landschaft  tolle, weite Landschaft

am Cruz de Ferro  am Cruz de Ferro

da müssen wir hin  zu den Sendemasten, dem höchsten Punkt des Caminos, müssen wir hin

langsam und vorsichtig  langsam und vorsichtig geht es den Berg wieder hinunter

die Pilgerbrücke von Molinaseca  die Pilgerbrücke von Molinaseca, der Fluss ist hier zum Freibad aufgestaut

Posted in Jakobsweg 2015.

2 Kommentare

  1. Wenn auch nur empathisch, freuen wir uns (mitunter leiden wir auch virtuell) mit Euch. Eure Begeisterung für die Etappe des heutigen Tages können wir nachvollziehen, weil wir die Landschaft kennen. Nach einem so schönen Tag könnt Ihr vermutlich die noch vor Euch liegenden Schlussetappen entspannt angehen.

    Herzliche Grüße aus den schottischen Highlands

  2. Liebe Anne, lieber Hans,
    Das Ziel habt ihr ja fast schon in Sichtweite. Phantastisch was ihr bisher geschafft habt. Viel Erfolg, Spaß und Kraft für die letzten Kilometer wünschen euch F.J. und Margrit

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