So will ich auch auf den Berg

Tag 49 Vega de Valcarce – O Cebreiro 13,3 km

Tag 48 Cacabelos – Vega de Valcarce 25,6 km

Tag 47 Molinaseca – Cacabelos 23,2 km

Montag, 13. Juli 2015, Tag 49

Heute erwartete uns keine lange, dafür aber eine steile Tour. Nach einem einfachen Frühstück in der Panaderia, Madame war mit 13 Pilgern gleichzeitig etwas überfordert, ging es auf den Weg nach O Cebreiro auf 1300 Metern. Die ersten sieben Kilometer folgten wir, sanft aber stetig steigend, der Landstraße in ein Tal. Neben der Straße rauschte wie gestern ein Flüsschen. Dann gabelte sich der Weg, Radfahrer und Autos nach rechts, weiter auf der Landstraße, Fußgänger nach links, einem Waldweg folgend. Es war herrlich dem Weg durch den Wald zu folgen, wäre er nicht urplötzlich steil nach oben abgebogen. Je weiter wir dem Weg folgten, desto steiler und steiniger wurde er. Trotzdem kamen wir gut voran. In La Faba hatten wir die erste Anhöhe und 300 Höhenmeter geschafft. Nach einer kurzen Pause und einem kühlen Erfrischungsgetränk nahmen wir die nächste Anhöhe nach La Laguna und die nächsten 300 Höhenmeter in Angriff. Leider endete kurz hinter La Faba der schattenspendende Wald, dafür hatten wir einen herrlichen Blick auf die umliegenden Berge, Schluchten und Täler. In La Laguna machten wir eine etwas längere Pause, stärkten uns und nahmen dann den letzten Anstieg mit 100 Höhenmetern in Angriff. Auf diesem Wegstück sahen wir dann auch, wie man sich den Weg hätte einfacher machen können. Eine etwas stabilere Pilgerin, die wir morgens noch beim Frühstück in der Panaderia gesehen hatten und uns gefragt hatten wie weit die denn heute wohl kommen würde, überholte uns hoch zu Ross. Der Pferdeführer ließ sich, am Schweif des Pferdes festhaltend, den Weg hinauf ziehen. Kurze Zeit später überholten uns zwei weitere Pilger hoch zu Ross, aber ohne Pferdebegleiter. Am Ortseingang von O Cebreiro hielten sie an, stiegen von den Pferden und gingen ganz entspannt in den Ort. Der Pferdeführer machte sich dann hoch zu Ross mit den drei Pferden wieder auf den Rückweg. So will ich auch auf den nächsten Berg.

Sonntag, 12. Juli 2015, Tag 48

Heute Morgen gab es mal wieder etwas Neues. Leider gab es in unserer Unterkunft erst ab 8.00 Uhr Frühstück, ist ja Sonntag und überhaupt, ärgerliche Frühaufsteher. Also waren wir gestern Abend noch im örtlichen Supermarkt gewesen und hatte uns Brötchen, Käse, Wurst und Wasser für unser Frühstück und den Weg gekauft. Somit saßen wir um 7.00 Uhr auf unserem Zimmer und aßen Frühstück ohne Kaffee, dafür mit Wasser. Geht auch und ist besser als wie in der Vergangenheit nur mit Banane aus der Hand auf dem Weg. Um 7.30 Uhr verließen wir unsere Unterkunft und machten uns bei angenehm frischen Temperaturen auf den heutigen Weg. Dieser ging auch meistens über Asphaltstraße, zunächst noch durch das riesige Weinanbaugebiet Bierzo nach Villafranca del Bierzo, wo wir nach 8 Kilometern den morgendlichen Kaffee und frischen Orangensaft nachholten. Ab Villafranca del Bierzo folgten wir dem Weg entlang der Straße. Auch wenn es auf der Karte aussah, als ob wir in der Nähe der Autobahn seien, haben wir kaum bis keinen Lärm davon mitbekommen. Es verlaufen drei Straßen mehr oder weniger parallel zu einander. Die alte Landstraße, der wir gefolgt sind, die neue Landstraße, die eine neue Trasse bekommen hat und für die hier und da Tunnel gebaut worden sind und dann noch die Autobahn, die durch Tunnel und über sehr hohe Brücken führt. Unser Weg war der schönere, führte es doch durch eine Schlucht, immer am Fluss entlang. Wäre der Asphalt nicht so hart gewesen oder ein Naturweg, es wäre ein Genuss gewesen dem Fluss zu folgen.

Als wir um 15.15 Uhr unsere Unterkunft erreichten, waren wir rechtschaffen Müde, aber glücklich und Zufrieden. Leider war außer einem anderen Gast, der im Garten seine Wäsche wusch, niemand anwesend der uns hätte begrüßen oder uns unser Zimmer geben konnte. Der andere Gast hatte etwas von Madame und Panaderia gesagt, das wir uns aber nicht erklären konnten. Nach einer halben Stunde Wartezeit machte ich mich auf, die Madame und die Panaderia zu suchen. Die Panaderia lag schräg gegenüber auf der anderen Straßenseite und Madame entpuppte sich als deren Inhaberin und unsere Vermieterin. Wir hätten auf der Terrasse bis St. Nimmerlein warten können, so aber ging sie gleich mit und gab uns unser Zimmer. Für 4,- € Nutungsgebühr stellte sie uns auch eine Waschmaschine nebst Waschpulver zur Verfügung. So ab und an ist eine Maschinenwäsche doch besser als nur die tägliche Handwäsche. Im Garten auf der Leine war die Wäsche dann auch in gut einer Stunde wieder trocken und angenehm frisch und sauber.

Samstag, 11. Juli 2015, Tag 47

Die heutige Tour wurde erst auf den letzten 5 Kilometern schön und interessant. Nach Molinaseca hieß es erst einmal die Stadt Ponferrada zu erreichen, an der massiven Templerburg ein paar Fotos schießen und dann durch viele kleine Ortschaften hindurch, unser Ziel Cacabelos zu erreichen. Bis zum Überqueren der Autobahn liefen wir also durch Ortschaften, kleiner Felder oder Schrebergärten. Kaum hatten wir die Fußgängerbrücke über die Autobahn passiert und die nächste kleine Anhöhe erklommen, standen wir vor einer Hügellandschaft mit ausgedehntem Weinanbau, Bäumen, Büschen und Sträuchern. Schlagartig hatte sich die Landschaft verändert. Sogar Rosen verwöhnten uns mit ihrem Duft an vielen Kopfenden der Weinrebenreihen. Wir waren fast den ganzen Tag auf Asphalt gegangen und freuten uns, als wir um 16.00 Uhr unsere Unterkunft erreicht hatten.

Diagramm O Cebreiro

Aufstieg nacch O Cebreiro

daher kamen wir  von ganz unten kamen wir

da gehts rauf  nach O Cebreiro

da geht es hinauf nach O Cebreiro

Reiterin 1  man beachte die Bildvergrößerung, so kommen wir auch auf jeden Berg

Reiter 2  so will ich auch auf den Berg

Posted in Jakobsweg 2015.

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