Dreifach unschön

Tag 43 Leon – Villadangos del Paramo 22,0 km

Dienstag, 7. Juli 2015, Tag 43

Kaum hatten wir gestern Nachmittag den Rückflug gebucht und die Buchungsbestätigung erhalten, meldete sich bei Anne „Montezumas Rache“ auf heftigste Art und Weise. Hatten wir bis auf ein Erfrischungsgetränk mit Eis den ganzen Tag das gleiche gegessen und getrunken, blieb ich zum Glück verschont. Da Anne den ganzen Nachmittag und bis in die frühe Nacht damit beschäftigt war, fehlte ihr heute Morgen die Kraft die Etappe nach Villadangos del Paramo mit zu gehen. So blieb sie alleine bis nach 10.00 Uhr auf dem Zimmer, schlief noch ein wenig und kam dann mit dem Taxi nachgefahren.

Ich verließ um kurz vor acht unsere Unterkunft und machte mich allein auf den Weg. Ging es zunächst noch endlos durch die Stadt, führte der Weg anschließend in unmittelbarer Nähe zur Nationalstraße 120. Diese scheint eine Hauptverkehrsachse in Ost – Westrichtung zu sein, obschon auch die Autobahn nicht weit entfernt parallel hierzu verläuft. Auf jeden Fall ist auf dieser Nationalstraße ein fürchterlicher Verkehr und Lärm von Autos und LKW´s.

Wäre wenigstens die Landschaft ansprechend, so hätten wenigstens die Augen etwas schönes zu sehen. Stattdessen nur Brach- oder Ödland mit vereinzelten Büschen oder Baumgruppen. Als wenn das nicht schlimm genug wäre, geht der Weg auch immer wieder durch Industriegebiete, die auch nichts Anschaubares liefern. Erst unterwegs habe ich eine Alternativroute entdeckt. Diese ist leider in unserem Reiseführer nicht angegeben und führt auch nicht durch Villadangos del Paramo, wo wir unsere heutige Unterkunft vorgebucht haben.

Um aus der Not eine Tugend zu machen, habe ich den Turbo eingelegt und bin die Strecke bis auf zwei kleine Trinkpausen, im mir höchst möglichen Tempo gegangen. So war ich bereits um 12.25 Uhr an unserer heutigen Unterkunft, wo Anne mich schon erwartete. Dieses Tempo könnte ich auch nicht jeden Tag laufen, und mit Anne schon gar nicht.

zu lange Pause  wer zulange Pause macht, erstarrt in Bronze

Störche lieben Glockentürme  die Störche hier lieben Glockentürme

hier macht Laufen keinen Spaß  hier macht Laufen keinen Spaß

nichts zu entdecken  nichts schönes für die Augen

Posted in Jakobsweg 2015.

3 Kommentare

  1. Berichte der letzten Tage klingen nach ‘Krise’. Aus der Distanz können wir zur Bewältigung wenig beitragen, aber wir täten es gerne, wenn wir dazu fähig wären. Der heutige Tag hat Euch hoffentlich ein wenig aufgebaut. Astorga haben wir von einer Reise vor 4 Jahren in guter Erinnerung. Vor Euch liegen jedenfalls in den nächsten Tagen spannende Etappen mit landschaftlichen Höhepunkten und leistungsmäßigen Herausforderungen. Wenn das Cruz de Ferro erreicht ist, könnt Ihr das Ziel zwar nicht nicht sehen, aber vielleicht schon spüren und riechen. Jedenfalls geht es von dort bergab und bekanntlich läuft es am besten, wenn es bergab geht. Galicien wird Euch für viele Strapazen entschädigen.

  2. Hallo Karlheinz,
    danke für eure Anteilnahme, aber von Krise keine Spur. Ich war lediglich etwas genervt vom Krach und Lärm und dann kam die Hilflosigkeit bei Annes Studien der Kotzibus Werke. Der gestrige Tag hätte entschädigen können, wenn in Astorga nicht alles Sehenswerte geschlossen gewesen wäre. So kamen nach 30 km Marsch noch dieser Ärger und die Enttäuschung hinzu und ich hatte keine Lust mehr auf einen Bericht. Dafür entschädigte der heutige Tag.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>