Tag 13 bis Tag 15

Tag 13 Pomps – Sauvelade 29,3 km

Tag 14 Sauvelade – Lichos 27,1 km

Tag 15 Lichos – Ostabat 25,9 km

 

Dienstag, 09.06.2015, Tag 15

Bereits um 16.30 Uhr sind wir nach 25,9 km in Ostabat angekommen. Gestern Nachmittag sah die Tour noch nach über 30 km aus, aber unsere nette Herbergsmutter in Lichos zeigte uns einige Abkürzungen und Alternativrouten. Denen sind wir dann gerne gefolgt. Der Tag war bisher, einer der schönsten der bisherigen Tour.

In der Unterkunft in Lichos waren wir mit Barbara aus München und Annie, Monique und Marie – Christine aus Besancon untergekommen und hatten bereits einen nettes Abendessen miteinander verbracht. Bereits um 7.00 Uhr saßen wir alle wieder am Frühstückstisch zusammen. Da Barbara die lange Strecke laufen und der Rest die Abkürzungen nutzen wollte, verließen wir gemeinsam mit den Französinnen um 7.30 Uhr die Unterkunft. Ich spreche zwar kein französisch, verstehe aber das ein oder andere Wort und kann mir so manchen Zusammenhang reimen. Wenn ich etwas zu sagen habe, sage ich das einfach auf englisch oder Anne übersetzt zur Not. Nach 18,5 km erreichten wir ohne besondere Pause um 12.00 Uhr in Uhart-Mixe einen Gasthof mit angeschlossener Herberge. Hier machten wir erst einmal Pause und stärkten uns mit Baskischen Spezialitäten. Kaum saßen wir, stieß auch noch der Kanadier Dimitri zu uns. So wurde auch die Mittagspause zu einer lustigen Runde. Wir waren noch nicht mit dem Essen fertig, wurden wir eingeladen, unsere Pause im Garten auf Sonnenliegen fortzusetzen. Dankbar nahmen wir 5, Demitrie wollte weiter, das Angebot an. Als ich kurz vor 14.00 Uhr wieder wach wurde, schnarchten 4 Damen neben mir. Ein Bild für die Götter. Ach nee, Damen schnarchen nicht. Die restlichen Kilometer bis zur Unterkunft schafften wir dann auch noch ganz locker. Zum Wohlbefinden trug heute auch das Wetter bei. Die Temperatur war nicht so hoch wie in den Vortagen und die Sonne versteckte sich häufig hinter Wolken, dafür war auch die Sicht auf die Pyrenäen wolkenverhangen. Es wäre schön, heute Nacht käme noch ein Gewitter herunter und morgen herrscht wieder freie Sicht.

In der Unterkunft waren über 30 Personen untergebracht. Diese Herberge hat Kultstatus, denn nach dem Abendessen werden ca. eine Stunde lang baskische Lieder vom Wirt vorgetragen. Es fordert auch zum Mitsingen oder Nachsingen auf. Wer den Text nicht versteht singt eben seinen eigenen Text. Der mir gegenübersitzende Holländer war Spezialist im Texte erfinden.

Morgen kommen wir in der letzten französischen Station, St. Jean Pied de Port, an. Am Donnerstag machen wir dann einen Ruhetag, um St. Jean Pied de Port ausgiebig zu besichtigen, unsere Blasen zu pflegen und uns für den Sturm der Pyrenäen nach Roncesvalles zu stärken.

 

Montag, 08.06.2015, Tag 14

Auf dem Weg nach Lichos ist eigentlich nicht außergewöhnliches geschehen. In der Mittagspause machten wir über 1,5 Stunden auf einer Waldlichtung Rast, stärkten uns mit einem Picknick, lagen danach im Gras und lasen in unseren E-Readern. Wir haben festgestellt, dass uns eine lange Pause wieder richtig Kraft und Laune gib.

 

Sonntag, 07.06.2015, Tag 13

Um 17.15 Uhr sind wir in Sauvelage im Gite Nadette angekommen. Von außen ein Hexenhäuschen, entpuppt es sich innen auf den ersten Blick als Rumpelskammer. Das Bad und WC ist im Zimmer durch einen halbhohen Paravent aus Brettern abgetrennt. Madame Nadette ist eine Künstlerin mit sehr lautem Mundwerk und schriller Stimme, die sich zu inszenieren weiß. In ihrer besonderen Art war sie sehr liebevoll und zugewandt wusste aber ihren Gewinn zu machen. Die Nutzung der Waschmaschine, andernorts kostenfrei bis zu drei Euro, bei ihr vier Euro, die Nutzung des Swimmingpools fünf Euro, lediglich am Pool auf Sonnenliegen liegen drei Euro. Nur der Garten war zur freien Verfügung. Als Abendessen gab es kalte Gemüsesuppe (Gazpacho), Entenherzen mit Bratkartoffeln und als Dessert Himbeertarte. Ich würde mir nie Entenherzen bestellen, aber sie waren eine richtige Entdeckung und sehr lecker.

Auch lernte ich bei Madame Nadette eine neue Art der Sauberkeitsvorsorge kennen. Die Rucksäcke mussten in eine große blaue Mülltüte verpackt werden, bevor wir sie aufs Zimmer bringen durften. Was dann damit geschah, wurde nicht kontrolliert. Natürlich habe ich den Rucksack im Zimmer wieder aus der Mülltüte genommen. Wie soll ich sonst an meine Sachen kommen?

Anne mit Madame Nadette Anne mit Madame Nadette

Picknick auf der Waldlichtung Picknick auf der Waldlichtung

Tanz der flotten Damen Tanz der flotten Damen den Berg hinunter

Mittagsschlaf im Garten erholsamer Mittagsschlaft im Restaurantgarten

der singende baskische Bauer der singende baskische Bauer

 

Posted in Jakobsweg 2015.

Ein Kommentar

  1. singende Bauern, Tanze Bergdamen und mülltonnen als Rucksacktransport, das nenne ich mal kuriose Geschichten. Ihr erlebt echt die coolsten Sachen… weiter so

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>