Pünkliche Ankunft

Tag 29  Belorado – Villafranca Montes de Oca 13,3 km

Dienstag, 23. Juni 2015, Tag 29

Bereits um 11.30 Uhr haben wir heute, trotz einstündiger Pause, unsere Unterkunft nach anstr….. uupps waren ja nur 13,3 km.

Unserem Reiseführer folgend, haben wir heute eine kurze Zwischenetappe eingelegt. In Ermangelung vernünftiger Unterkünfte in einer Entfernung unter 30 km haben wir uns zu einem frühen Stopp in Villafranca Montes de Oca entschieden. Zu den Unterkünften der folgenden Orte schreibt unser Reiseführer, Zitat:“spartanisches Frühstück und Abendessen……., katastrophale Sanitäranlagen ……“ Dann doch lieber einmal eine kurze Etappe, Putz- und Flickstunde einlegen, die Seele etwas baumeln lassen und den Füssen etwas Zeit zur Erholung und Heilung schenken. Pilgern muss nicht in Selbstgeißelung ausarten und darf ruhig auch mal erholsam sein.

Zum heutigen Weg gibt es wenig Neues zu sagen. Sanfte Hügel mit Getreide-, Erbsen- und dicke Bohnenanbau, Kirchen am Wegrand geschlossen, ebenso die in den Fels geschlagene Einsiedelei San Felices bei Espinosa del Camino. Morgen soll es durch einen Eichenwald gehen. Wir freuen uns darauf.

Kirche in Belorado mit Storchennester  KIrche von Belorado mit bewohnten Storchennester auf dem Glockenturm

Eisiedelei San Felices bei Espinosa del Camino  die in den Fels gehauene Einsiedelei San Felices bei Espinosa del Camino

Einsiedelei San Felices  Einsiedelei San Felices und ihr Umland

Posted in Jakobsweg 2015.

7 Kommentare

  1. Hallo Hans , ich sehe das genauso, pilgern muss ja keine Kasteiung sein. Die Reise zu sich selbst, die alle Pilger verbindet, ist gleichzeitig sehr individuell. Das “Auf dem Weg sein” spiegelt sich in der lateinische Wortbedeutung von “Pilger”, nämlich Gast/Fremder (“pergere”) wieder . Der Weg ist das Ziel.
    In dem Sinne weiterhin “erholsames pilgern” :-)

  2. Missverständnisse, Legenden und Irrtümer:
    Wörtlich ist der Pilger einer, der „per agrum“, also über in Besitz befindliches Land kommt. Die Übersetzung als Gast oder Fremdling leitet sich aus den Besitzverhältnissen ab.
    Wenn der Weg das Ziel ist, handelt es sich um eine Wanderung, die als Selbstzweck betrieben wird und selbstverständlich wunderschön, intensiv, erlebnisreich sein kann. Im Unterschied zur Wanderung ist eine Pilgerreise eine Wallfahrt, eine Reise, bei der aus vielen möglichen Motivationen am Ziel eine Pilgerstätte besucht wird. Bei einer Wallfahrt steht nicht der Weg, sondern das Ziel im Vordergrund.
    Natürlich kann man auf einem Pilgerweg auch wandern, aber dann ist man nicht als Pilger unterwegs, sondern als Wanderer.

  3. Ich mag dann doch wiedersprechen :-) , eine Pilgerreise ist keinesfalls mit einer Wallfahrt gleich zu satzen, da es sich bei der Wallfahrt im Unterschied zur Pilgerreise um eine rein katholische Tradition handelt die immer in einer Gruppe unternommen wird ein und ein bestimmtes gemeinsames Anliegen, wie die Heilung von einer Krankheit oder eine besondere Bitte hat. Eine Pilgerreise hingegen ist eine Individuelle Geschichte und muss selbst organisiert werden.
    “Das Wort “pilgern” geht zurück auf das lateinische “pergere /per agere”. Übersetzt bedeutet dies “jenseits des Ackers” oder ” in der Fremde” (habe ich gerade noch einmal gegoogelt :-) ) kann mich aber auch irren.

    Bitte nicht als Provokation verstehen, hatte einfach nur Lust zu schreiben.

    Hans bitte einen lieben Grußan Anne. :-) Was machen denn die Blasen? Darüber habt ihr schon lange nicht mehr berichtet.

  4. Pilgerreise, Wallfahrt oder Wanderung?
    Ich wollte mich gerade zur Ruhe legen, schaue aber noch einmal auf den AHA-Blog (der mir großes Vergnügen bereitet!) und finde auf meine Anmerkungen zur Pilgerreise eine Antwort. Das macht mich wieder wach. Konsens ist langweilig. Viel interessanter und spanender ist Dissens.
    Wenn eine Pilgerreise eine vermeintlich nicht-katholische “individuelle Geschichte” ist (wofür steht der Platzhalter “individuelle Geschichte”, vielleicht für “Beliebigkeit”?), frage ich mich, was den Unterschied zu einer Wanderung ausmacht. Verweise auf Etymologie sind wenig hilfreich. Eine Abgrenzung von Pilgerreise und Wallfahrt ist in der vorgeschlagenen Art und Weise natürlich zulässig (weil das niemand verbieten kann) und mag auch einer verbreiteten Auffassung entsprechen, kulturell und sprachsemantisch ist die Deutung jedoch substanzlos, weil jenseits individuell beanspruchter Deutungshoheit keine Substanz zu erkennen ist.
    Mir scheint es eher so zu sein, dass Begriffe vermengt werden, die durchaus Gemeinsamkeiten haben, aber trotzdem unterschieden werden sollten, damit Sprache nicht von ihrer Funktion als Nachrichtenträger entkleidet wird und zu beliebigen Plattitüden verkommt. “Pilgern” klingt selbstverständlich heroischer und interessanter als “wandern”, aber wenn die Wanderung im Vordergrund steht, ist das Etikett “Pilgerreise” ein Schwindel mit kulturell besetzten Konnotationen. Amen.
    Vorab schon Danke für den Protest!

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