Ankunft in St. Jean Pied de Port

Tag 16 Ostabat – St. Jean Pied de Port 22,5 km

Tag 17 Ruhetag in St. Jean Pied de Port

 

Donnerstag, 11.06.2015, Tag 17

Endlich habe ich Zeit, die fehlenden Berichte nachzureichen. Leider regnet es immer noch Katzen und Hunde. Wenn es etwas trockener wird, werden wir ein wenig bummeln und einkaufen gehen. Zum Glück haben wir ja unsere Regenhosen nach Hause geschickt. In Anbetracht der Wetterprognosen, für die nächsten vier Tage Regen, werden wir uns jetzt neue Regenhosen und für Anne einen neuen Regenponcho kaufen müssen. Wer weiß schon wofür es gut ist.

 

Mittwoch, 10.06.2015, Tag 16

Bereits um vier Uhr in der Frühe bekomme ich mit, was uns der Tag bescheren wird, es regnet in Strömen. Leider lässt der Regen kein bisschen nach, bis wir um 8.oo Uhr unsere Unterkunft in Ostabat verlassen. Kaum sind wir auf der Straße angekommen, treffen wir auch wieder Annie, Monique und Marie-Christine wieder. Sie hatten eine Unterkunft im Ortszentrum. Wo wir uns schon ohne Verabredung treffen, können wir auch wieder zusammen gehen. Es regnet in Strömen, statt besser wird der Regen immer stärker. Die Sicht liegt unter 300 Meter. Trotzdem lassen wir uns die Stimmung nicht vermiesen und machen wie am Vortag unseren Blödsinn. Noch sind wir ja durch unsere Regenkleidung einigermaßen trocken. Bei Marie-Christine geben als erste die Schuhe den Widerstand auf. Nach und nach, spätestens nach einer Stunde haben wir alle nasse Füße. Selbst Gore-Tex kommt an seine Grenzen, wenn das Wasser den Beinen entlang in die Socken läuft und dann weiter in die Schuhe. Bei jedem Schritt bildet sich eine leichte Schaumkrone auf der Oberseite meiner Schuhe, wenn das Wasser von innen nach außen gepresst wird. Zum Glück führt der Weg weitestgehend über Asphaltstraßen, aber ab und an müssen wir durch den Modder. An Pause oder Picknick ist nicht zu denken und so marschieren wir 15 km im Höchsttempo durch den Regen. Nach 4,5 Stunden machen wir in St. Jean le Vieux in einer Gaststätte Pause. Hier ist man recht unbeeindruckt angesichts der Menge an nassen Pilgern. Das Pilgermenue schmeckt köstlich.

Um 14.30 Uhr erreichen wir nach 22,5 km überglücklich unsere letzte Station in Frankreich, St. Jean Pied de Port. Hier treffen mehrere Pilgerwege zusammen, bevor es dann über einen Pass durch die Pyrenäen nach Spanien geht. Leider öffnet unsere Unterkunft erst um 15.30 Uhr die Türen. So schlendern wir kalt und nass durch die überfüllten Straßen.

Da unsere Unterkunft kein Abendessen anbietet, müssen wir noch einmal los. Unterwegs treffen wir dann Beate und Christa aus Ulm, die wir in den vergangenen Tagen schon häufiger getroffen hatten. Wir beschließen, gemeinsam in einem Lokal zu Abend zu essen und so den letzten Abend der beiden gemeinsam ausklingen zu lassen. Wir müssen auch pünktlich wieder in unsere Unterkunft, denn diese wird um 22.00 Uhr geschlossen und den Türcode bekommen wir erst nach dem Frühstück. Jugendherberge lässt grüßen.

vier Regenwichtel vier Regenwichtel, welche ist Anne? (die mit den roten Gamaschen)

Ankunft in St Jean Pied de Port Ankunft in St. Jean Pied de Port

St Jean Pied de Port St. Jean Pied de Port

Posted in Jakobsweg 2015.

3 Kommentare

  1. Hi ihr beiden Pilger,
    ,hoffentlich ist das Wetter inzwischen etwas besser. Ihr seid ja schon ganz schön weit gekommen. Wir haben uns leider im Urlaub eine Infektion zugezogen die bei FJ genau an dem Tag begann als ihr euch gemeldet habt. Daher war er auch so einsilbig. Es ging ihm gar nicht gut und es ist immer noch nicht ganz überwunden.Es war ganz lieb von euch an ihn zu denken.
    Euch wünschen wir ganz viel Sonnenschein, wenig Blasen, krine französische Betten mehr und weiterhin viel Spaß. LG M u FJ

  2. Wenn Wetterportale richtig liegen, dürft Ihr sogar in den nächsten 5 Tagen mit Regen rechnen, wobei der Höhepunkt auf dem Samstag liegen soll. Aber welches Wetterportal kennt schon die Zukunft bei instabiler Wetterlage?
    Ob sich die Investition in Regenhosen lohnt, dürfte zumindest unter den klimatischen Bedingungen Eurer Wanderung fraglich sein. Atmungsaktive Regenhosen (nur solche sind überhaupt sinnvoll) erfüllen ihre Funktion nur bei ausreichend hoher Differenz zwischen Innen- und Außentemperatur zufriedenstellend (weil nur dann ausreichender ‘Dampfdruck’ entsteht). Bei schwülem Wetter bleiben sie zwar regendicht, aber man kocht im eigenen Saft, weil Funktions-Regenhosen die Innenfeuchtigkeit nicht mehr ausreichend ableiten. Wer feuchte Wärme schätzt, wird sich vielleicht mit diesem Effekt arrangieren, aber komfortabel ist das eher nicht. Gute Outdoor-Funktionskleidung (über die ihr vermutlich verfügt) bleibt auch bei Feuchtigkeit auf der Haut erträglich und trocknet in wenigen Minuten. Regenhosen dürften Euer Wohlbefinden bei Außentemperaturen von 25 Grad und mehr nur wenig steigern, wenn überhaupt.

  3. Morgen liegt eine schwere Prüfung vor Euch, eine “Königsetappe”. “Könige” seid Ihr aber erst bei der Ankunft. Zwischen Start und Ziel müsst Ihr leiden. 1.335 m Aufstieg und 562 m Abstieg sind kein Zuckerschlecken und schon gar nicht im Regen. Als Wander-Freaks ahnen wir, was ablaufen wird. Zum Glück seid Ihr bereits gut eingelaufen und habt Euch eine solide Form erarbeitet. Das wird Euch mehr helfen als alle frommen Wünsche von Couch-Patotos.
    So genau wissen wir es nicht, aber vermutlich reinigen sich Pilger auf solchen Etappen von besonders schweren Sünden, was ja auch seine Vorteile hat, wenn es um die Verteilung der besten Plätze geht. Ihr werdet uns sicher bald davon berichten.
    Morgen werden wir oft an Euch denken und sind uns sicher, dass Ihr zwar erschöpft, aber auch sehr glücklich die Etappe bestehen werdet.
    Gisela

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