Angenehme Ankunftszeit

Tag 11 Aire sur l´Adour – Pimbo 28,3 km

Tag 12 Pimbo – Morlanne 21,6 km

Um 14.15 Uhr, nach einer schönen und entspannten Wanderung in der Unterkunft anzukommen hat was. Man weiß, dass man etwas getan hat nach 21 km, ist auf der anderen Seite aber nicht so geschafft, dass man gleich ins Bett möchte.

Es war heute wieder sehr schön, durch die hügelige und abwechslungsreiche Landschaft zu wandern. In den flachen Passagen wurde vorwiegend Mais und ein wenig Getreide angebaut, an den Hängen mehr Gras- und Viehwirtschaft. Weite Flächen hatten auch wieder einen dichten Baumbestand. Als Wald konnte man diese Flächen nicht bezeichnen, dafür waren sie zu klein. Ich hatte die heutige Strecke zu unserer Unterkunft so geplant, dass wir nach etwa 12 Kilometern die Pilgerroute verließen und gut 8 Kilometer einer Landstraße folgten. Dadurch reduzierte sich unser heutiger Weg um gut 10 Kilometer, denn unsere Unterkunft liegt vier Kilometer vom Jakobsweg entfernt. Zu unserer Überraschung wurde uns die Benutzung des hauseigenen Schwimmbeckens angeboten. Wir verzichten aber beide darauf, aus Sorge vor einer Infektion unserer Blasen. Mittlerweile haben sich neue Blasen unter bereits geplatzten Blasen gebildet. So etwas habe ich noch nie gesehen. Trotzdem klappt es mit dem Wandern ganz gut. Den Bericht schreibe ich im Garten des Hauses, bei einem kühlen Bier sitzend. Die Temperaturen sind heute merklich niedriger als in den letzten Tagen und auch die Sonne versteckte sich bis nach 11.00 Uhr hinter Wolken. Danach schaute sie ab und an hervor. So kann es bleiben, mehr brauchen wir nicht.

Gestern war es dagegen viel heißer. Die Sonne stand am blauen Himmel und schien kräftig auf uns hernieder. Die Luftfeuchtigkeit war so hoch, dass es keine Fernsicht gab und wir die Pyrenäen nicht sehen konnten. Eigentlich hätten wir ein tolles Bergpanorama haben sollen.

Trotzdem waren wir sehr gut voran gekommen, obwohl es am Morgen nicht danach ausgesehen hatte. Wir hatten auf Nachfrage in der Unterkunft angegeben, dass wir gerne um 7.00 Uhr frühstücken wollten. Um der Hitze ein wenig zu entgehen, wollten wir uns frühzeitig auf den Weg machen. Um 7.15 Uhr war noch nichts von Inhabern oder Personal des Hotels zu sehen und vorbereitet war auch noch nichts. So kamen wir erst weit nach 8.00 Uhr auf den Weg. Zum Glück wurde der Weg nach einem ersten Anstieg sehr flach und langweilig. Maisfelder so weit das Auge reichte. Trotz der aufkommenden Hitze legten wir ein hohes Tempo auf und erreichten die ersten Anhöhen und Hügel gegen Mittag. Im Schatten alter Bäume machten wir neben einer Kirche auf einer schönen Wiese mit Bänken und Tischen über 1,5 Stunden Pause. Nachdem wir etwas gegessen hatten legte Anne sich gegen einen Baum und schlief etwas. Ich zog mir die Schuhe aus, legte mich ins Gras und widmete mich meinem Buch auf dem E-Reader. Ich hätte den ganzen Nachmittag dort liegen bleiben können. Doch kurz vor 15.00 Uhr mahnte Anne zum Aufbruch. Die Pause hatte uns so gut getan, dass wir das hohe Tempo trotz der nun folgenden auf´s und ab´s beibehalten konnten. Für eine Erfrischung sorgte unterwegs eine Flaschendusche mit frischem, kalten Wasser, das wir neben einer Kirche zapfen konnten. Um 17.00 Uhr erreichten wir unsere Unterkunft. Hier herrschte ein ganz neues Regiment. Madame empfing uns auf der Terrasse. Als erstes Schuhe aus, Rucksack in der Spül- und Waschküche abstellen. Danach auf Socken zur Zimmerbesichtigung. Schönes großes Zimmer mit kleinem französischen Bett, ich fange an es zu hassen. Danach wieder runter in die Spül- und Waschküche. Hier bekamen wir jeder eine große Einkaufstasche in die Hand gedrückt. Was wir auf dem Zimmer brauchten, sollten wir darin einpacken. Der Rucksack blieb da.

Pünktlich um 19.00 Uhr stand das Abendessen auf dem Tisch. Es war sehr schmackhaft, Schweinebäckchen mit Ratatouille, aber für sechs Personen knapp bemessen. Dafür standen zwei Flaschen Wein auf dem Tisch, dem ich als Nahrungsersatz kräftig zusprach. Das bisschen, das ich esse, kann ich auch trinken. Prompt fielen mir um 21.00 Uhr die Augen zu.

DSCF4286  DSCN1686

DSCN1689  DSCF4303

Posted in Jakobsweg 2015.

3 Kommentare

  1. Oh, wie gut ich das nachfühlen kann: die viel zu schmalen Betten (ich hasse sie) und die rundum eingesteckten Laken (ich hasse sie). Das ist nicht nur in Frankreich üblich, sondern uns auch sonst in vielen Regionen der Welt begegnet (Italien, Spanien, Großbritannien, USA, Australien). Es geht doch auch anders – und viel besser! Warum setzt sich das nicht durch?
    Frankreich (und auch Spanien) sind ja keine ausgesprochenen Biertrinker-Regionen. Damit müsst ihr auch klarkommen! Aber man wächst an seinen Aufgaben. Prost!
    Gisela

  2. Also zu den Betten sag ich nur, auch im Alter kann man kuscheln :-), ist doch ganz gemütlich. Ansonsten beneide ich euch, viel Ruhe, traumhafte Landschaften, viel Zeit….. Das mit den Blasen wird besser wenn die Hornhaut kommt :-) So nun werde ich wieder täglich bei euch lesen und hin und wieder unqualifizierte Bemerkungen machen.
    “buen Camino”

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>